Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat kürzlich entschieden, dass die erneute Zulassung des Insektizidwirkstoffs Cypermethrin durch die EU-Kommission im Jahr 2021 nicht rechtmäßig war. Diese Entscheidung stellt Landwirte vor neue Herausforderungen, da Cypermethrin weit verbreitet im Ackerbau, in der Tierhaltung und im Forst eingesetzt wird.
Erhebliche Mängel im Zulassungsdossier
Laut dem Urteil des EuGH vom 18. Dezember 2025 wies das Zulassungsdossier für Cypermethrin signifikante Mängel auf. Die Richter kritisierten, dass die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Risikominderung für Insekten weder wissenschaftlich fundiert noch praktikabel waren. Zudem wurde festgestellt, dass die Langzeittoxizität mindestens eines Produkts mit Cypermethrin nicht ausreichend geprüft wurde.
Klage durch zivilgesellschaftliche Organisation
Die Klage wurde von der Organisation PAN Europe eingereicht, die sich für den Schutz der Umwelt einsetzt. Ihr Vertreter, Professor Antoine Bailleux, äußerte nach dem Urteil, dass dies ein Hoffnungsschimmer in Zeiten sei, in denen Rückschritte in der Umweltgesetzgebung zu verzeichnen sind. Die EU-Kommission muss nun ihre Entscheidung zur Verlängerung der Cypermethrin-Zulassung überarbeiten.
Zulassung und Zukunft von Cypermethrin
Cypermethrin ist ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide und wird vor allem gegen Blattläuse, Kartoffelkäfer und andere Schädlinge eingesetzt. Auch in der Tiermedizin und Forstwirtschaft findet es Anwendung. Nach Einschätzung von PAN Europe könnte dieses Mittel bald vom Markt genommen werden müssen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission im November 2021 beschlossen, die Genehmigung unter bestimmten Auflagen bis 2029 zu verlängern.
Landwirtschaftliche Praxis und mögliche Alternativen
Für Landwirte bedeutet diese Entscheidung eine potenzielle Umstellung ihrer Schädlingsbekämpfungsstrategien. Es wird notwendig sein, nach alternativen Lösungen zu suchen, um den Ertrag und den Schutz ihrer Kulturen sicherzustellen. Dabei könnten integrierte Pflanzenschutzmethoden sowie biologische Mittel verstärkt zum Einsatz kommen.
Die Entwicklung neuer Strategien zur Schädlingskontrolle, die sowohl effektiv als auch umweltverträglich sind, bleibt eine zentrale Herausforderung für die Landwirtschaft in Europa.
