Die winterlichen Bedingungen führen aktuell zu einem begrenzten Angebot an Jungbullen und Schlachtkühen, was sich auf die Preisentwicklung auswirkt. Besonders in Süddeutschland übersteigen die Preise für Jungbullen erneut die des Nordens.
Wetter beeinflusst Jungbullen-Angebot
Laut dem Marktbericht von Dr. Frank Greshake von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist das Angebot an Jungbullen weiterhin knapp. Die kalten Temperaturen beeinträchtigen die Logistik, sodass der Transport erschwert wird. Trotzdem bleibt die Fleischnachfrage stabil, was sich in einem Preiszuwachs von 5 Cent niederschlägt. Für Haltungsform 3 wird ein Zuschlag von durchschnittlich 30 Cent gewährt, mit einer Tendenz zu 35 Cent. Diese Zuschläge variieren je nach Programm erheblich.
Steigende Preise bei Schlachtkühen
Auch bei den Schlachtkühen zeigt sich ein ähnliches Bild: Das geringe Angebot, bedingt durch die Wetterlage, führt zu einem Preisanstieg von ebenfalls 5 Cent. Im Nordwesten beträgt der Zuschlag für Kühe aus Haltungsform 3 rund 30 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Für Haltungsform 4 sind ähnliche Zuschläge möglich, jedoch ist der Vermarktungsweg nicht für alle Betriebe gleichermaßen gegeben.
Regionale Unterschiede bei Erzeugerpreisen
In den Mittelgebirgslagen Süd- und Mitteldeutschlands müssen Landwirte mit niedrigeren Auszahlungspreisen rechnen – etwa 5 Cent weniger – und zusätzlich mit rund 10 Euro höheren Vorkosten. Grund hierfür sind die langen Transportwege zu den Schlachtbetrieben und die Notwendigkeit kleinerer Lkw auf schwierigen Straßenverbindungen.
- Biokühe aus der Milcherzeugung erzielen einen Aufschlag zwischen 0,45 bis 0,85 Euro pro Kilogramm SG.
- Bei regionalen Bio-Programmen sind diese Zuschläge oft noch höher.
Trotz dieser Herausforderungen schaffen verschiedene Molkereien Voraussetzungen zur Vergrößerung des Angebots. Dies bietet Landwirten potenzielle Chancen zur Optimierung ihrer Absatzwege und Preisgestaltung.
