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Schwächere Raps- und Weizenpreise setzen sich fort

Die Preise für Raps an der europäischen Warenterminbörse haben sich deutlich verringert. Am Wochenende sank der November-Kontrakt an der Matif um 18,5 Euro pro Tonne, was einem Rückgang um 3,9 Prozent entspricht. Mit einem aktuellen Preis von 453,75 Euro pro Tonne sind die 500 Euro, die noch Anfang Juli erreicht wurden, deutlich unterschritten. Trotz der vorübergehenden Preissteigerung letzte Woche, bleibt die Enttäuschung über die aktuelle Erntesaison, die in vielen Regionen hinter den Erwartungen zurückbleibt, bestehen. Die Prognosen für die europäische Rapsernte wurden von Strategie Grains um weitere 530.000 Tonnen auf 17,27 Millionen Tonnen reduziert, ein Minus von fast 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland sind die Auszahlungspreise für Raps ebenso gesunken; nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft fielen sie um 16,74 Euro auf 439,09 Euro pro Tonne. Der Rückgang bei den Sojapreisen trägt ebenfalls zu dieser Entwicklung bei.

Die Situation in der Getreideernte ist ähnlich angespannt. Der andauernde Regen verzögert die Erntearbeiten in Deutschland, wobei in manchen Regionen wie dem Nordosten gute Erträge vermeldet werden, während in Thüringen der starke Regen die Qualität des Getreides beeinträchtigt. Nach Einschätzungen der EU-Kommission wird die Weizenernte in Deutschland dieses Jahr um 6 Prozent niedriger ausfallen und insgesamt 20 Millionen Tonnen erreichen. In ganz Europa wird ebenfalls mit einer geringeren Weizenernte gerechnet, insbesondere aufgrund der schlechten Bedingungen in Frankreich. Trotz der schwächeren Ernten in Europa und Deutschland bleibt der globale Weizenvorrat hoch. In den USA wird eine Ernte von fast 55 Millionen Tonnen erwartet, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung darstellt. Russland hat zudem seine Exportzölle gesenkt, was die Weizenexporte belebt.

An der Matif fiel der Weizenpreis um weitere 4 Euro auf 215,75 Euro pro Tonne. Auch am Chicago Board of Trade konnte der Weizen seine Verluste der Vorwoche teilweise ausgleichen, zeigt jedoch weiterhin eine leichte Abwärtstendenz. Landwirte zögern derzeit mit dem Verkauf ihres Getreides in der Hoffnung auf bessere Preise, während die Qualität des Weizens jetzt besonders im Fokus steht. Die Händler sind jedoch nicht bereit, höhere Preise zu zahlen.

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