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Russland hält an Getreideernteprognose fest trotz widriger Wetterbedingungen

Das russische Landwirtschaftsministerium bleibt trotz schwieriger Wetterverhältnisse optimistisch hinsichtlich der Ernteprognosen für dieses Jahr. Bei einer kürzlich in Moskau abgehaltenen Besprechung zur Situation der Agrarindustrie bekräftigte der stellvertretende Ministerpräsident Dmitri Patruschew die Erwartung, dass die Getreideproduktion Russlands 132 Millionen Tonnen erreichen wird, einschließlich 84 Millionen Tonnen Weizen.

Diese Prognosen sind besonders bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass Russland im Vorjahr eine Rekordernte von 144,9 Millionen Tonnen Getreide erzielte, darunter 92,8 Millionen Tonnen Weizen, wie aus Daten des Föderalen Staatlichen Statistikdienstes (Rosstat) hervorgeht. Bislang haben die russischen Landwirte bereits mehr als 93 Millionen Tonnen Getreide geerntet, wovon 70,5 Millionen Tonnen Weizen sind.

Die Einschätzungen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA), veröffentlicht im „World-Agricultural-Supply-and-Demand-Estimates“ (WASDE)-Bericht vom August, stützen ebenfalls diese Zahlen mit einer Vorhersage von 83 Millionen Tonnen für die russische Weizenernte in diesem Jahr, was nahe an den Angaben des russischen Agrarressorts liegt.

Der Ernteprozess in Russland umfasst nicht nur Getreide, sondern auch Ölsaaten, Gemüse, Kartoffeln, Obst und Beeren, die laut Patruschew ebenfalls zügig vorankommen. Die Winteraussaat hat bereits begonnen und zeigt dynamische Fortschritte mit bereits 3,3 Millionen Hektar ausgesäter Fläche, was den Erwartungen entspricht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verwendung von im Inland produziertem Saatgut. Patruschew hob hervor, dass bei der Aussaat von Winterweizen für die Ernte 2024 bereits über 90% des Saatguts aus russischer Produktion stammen. Diese Strategie ist Teil der Bemühungen, die Abhängigkeit von importiertem Saatgut zu verringern und die lokale Agrarproduktion zu stärken.

Die konstanten Erntezahlen und die Förderung inländischer Ressourcen sind zentrale Elemente der russischen Agrarpolitik, die darauf abzielt, die Selbstversorgung zu sichern und die Position des Landes auf dem globalen Agrarmarkt zu festigen. Trotz der herausfordernden Wetterbedingungen und geopolitischen Spannungen bleibt die Landwirtschaft ein kritischer Sektor für die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum in Russland.

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