Am deutschen Schlachtrindermarkt zeichnet sich eine spürbare Entlastung bei den Preisen ab. Vor allem die Erlöse für Bullen haben zuletzt merklich angezogen, während auch weibliche Tiere nur in begrenztem Umfang verfügbar sind. Das knappe Angebot an Jungbullen verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
Obwohl die Nachfrage nach Rindfleisch im Inland weiterhin verhalten bleibt, konnten insbesondere Schlachtbetriebe in Nordwestdeutschland von Exportlizenzen nach Norwegen profitieren. Auch wenn diese inzwischen weitgehend ausgeschöpft sind, hält die Nachfrage auf hohem Niveau an. Hinzu kommt, dass die beginnende Silomaisernte in Teilen des Nordwestens das Angebot nicht ausweitet.
Nach Angaben der VEZG wurde zu Wochenbeginn ein Aufschlag von 20 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht verzeichnet, mit dem Ziel, dieses Niveau vorerst stabil zu halten. Für Tiere aus Haltungsform 3 werden im Durchschnitt 30 Cent Zuschlag gezahlt, wobei die Aufpreise für Jungbullen je nach Programm variieren. Besonders im süddeutschen Raum liegen die Zuschläge spürbar höher.
Auch bei den Schlachtkühen ist die Lage angespannt. Bundesweit stehen nur wenige Tiere zur Verfügung. Lediglich nach Ablauf der prämiengebundenen Haltungszeit bis Mitte August gelangten etwas mehr Fleischrinderkühe auf den Markt. Entsprechend kletterten die Preise um 10 Cent je Kilogramm, bei hochwertigen Färsen sogar um 20 Cent.
Im Nordwesten belaufen sich die Zuschläge für Haltungsform 3 derzeit auf 25 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht. Für Haltungsform 4 werden dort 25 bis 30 Cent gezahlt. Allerdings verfügen nicht alle Schlachtunternehmen über die passenden Vermarktungswege für diese Tiere. Parallel dazu wächst das Angebot, da verschiedene Molkereien die notwendigen Strukturen für die Vermarktung schaffen.
