Die Kartoffelpreise haben sowohl in Deutschland als auch in den führenden Produktionsländern Niederlande und Belgien erheblich nachgelassen. Mehrere Faktoren tragen zu dieser Entwicklung bei, wobei das gestiegene Angebot bei gleichzeitig schwacher Nachfrage eine wesentliche Rolle spielt. Trockenes Wetter in den letzten Tagen hat in den meisten Anbaugebieten einen schnellen Erntefortschritt ermöglicht. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen übersteigt das derzeitige Angebot die Nachfrage deutlich, was zu spürbaren Preissenkungen geführt hat.
Zu Beginn dieser Woche lag der Preis für überwiegend festkochende Frühkartoffeln in Niedersachsen bei 33 bis 34 Euro je Dezitonne, während im Vorjahr zur gleichen Zeit Preise von 56 bis 57 Euro pro 100 Kilo erzielt wurden. In Belgien werden derzeit für Frühkartoffeln, die ausreichende Größe und Qualität aufweisen, 10 bis 15 Euro pro 100 Kilo gezahlt, mit einem häufigen Durchschnittspreis von 12,50 Euro.
Im letzten Jahr markierte ein Preis von 10 Euro pro 100 Kilo den Tiefpunkt auf dem Markt, berichten niederländische Analysten. Schlechtes Wetter hatte damals die Herbsternte beeinträchtigt, was zu Preisanstiegen im November führte. Ein Teil der Ernte konnte nicht geborgen werden, was die Preise in den letzten Monaten des Jahres 2023 auf über 60 Euro pro 100 Kilo trieb. Experten aus Belgien betonen, dass aktuell die geringe Nachfrage das größte Problem im Kartoffelmarkt darstellt. Viele Chipfabriken werden durch vorvertraglich gesicherte Lieferungen versorgt und benötigen daher keine zusätzlichen Käufe. Für Kartoffeln, die außerhalb solcher Verträge angeboten werden, finden sich kaum Abnehmer.
Niederländische Händler berichten, dass die Preise für Kartoffeln zur Chipsproduktion am unteren Ende der Skala um 7 Euro gesenkt wurden. Selbst der Notierungsausschuss der Börsen stellt fest, dass ein Preis von 25 Euro momentan unerreichbar ist, obwohl dieser Betrag in der vergangenen Woche noch gezahlt wurde. Die Preise für Kartoffeln, die zur Herstellung von frischen Pommes oder zum Schälen verwendet werden, sind von 30 bis 40 Euro pro 100 Kilo vor zwei Wochen auf 28 Euro letzte Woche gefallen. Die erste Notierung von Belgapom für Frühkartoffeln aus der Ernte 2024 wurde überraschend auf 30 Euro pro 100 Kilo festgesetzt, kurz nachdem die alte Ernte noch für mehr als 60 Euro pro 100 Kilo gehandelt wurde.