Die europäische Milchwirtschaft verzeichnet seit August 2025 einen bemerkenswerten Anstieg der Milchproduktion. Im Oktober erweiterte sich der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr weiter, maßgeblich durch die Produktionszuwächse in den führenden Erzeugerländern.
Steigende Milchlieferungen in der EU
Im Oktober 2025 blieb die Milchanlieferung in der EU-27 trotz eines saisonal bedingten Rückgangs über dem Vorjahreswert. Bereits seit April übertreffen die Liefermengen das Vorjahresniveau, nachdem im ersten Quartal noch Defizite verzeichnet wurden. Im Oktober betrug der Vorsprung gegenüber 2024 schließlich 5,1 %.
Laut einer ersten Schätzung der AMI lieferten die Mitgliedstaaten etwa 12,2 Mio. Tonnen Milch an die Molkereien. Umgerechnet auf einen durchschnittlichen Monat mit 30,5 Tagen entspricht dies einer Menge von 12,0 Mio. Tonnen.
Deutschland als treibende Kraft
Deutschland trug maßgeblich zur Erhöhung der Milchmengen bei und verzeichnete im Oktober den bedeutendsten Zuwachs innerhalb der EU. Die Anlieferung stieg hier um 6,8 %, was einem Plus von 173.300 Tonnen entspricht. Dies markiert den stärksten Anstieg des Jahres für Deutschland.
Auch Frankreich meldete eine signifikante Steigerung von 5,9 %, was zusätzliche 112.000 Tonnen Milch zur Folge hatte und somit den zweithöchsten absoluten Zuwachs darstellt.
Zuwächse in anderen EU-Ländern
Neben Deutschland und Frankreich konnte auch in den Niederlanden ein deutlicher Anstieg beobachtet werden: Die Milchmenge erhöhte sich um 7,8 % oder 85.500 Tonnen. Weitere Länder wie Polen, Irland, Belgien, Österreich und Italien steigerten ebenfalls ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr signifikant.
Lediglich kleinere Produktionsregionen wie Bulgarien oder Griechenland berichteten von leichten Rückgängen im Oktober.
Anhaltender Wachstumstrend bis Ende des Jahres
In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 setzten sich die expansiven Tendenzen fort. Insgesamt produzierten die EU-Mitgliedstaaten rund 124,1 Mio. Tonnen Milch bis Oktober, was unter Berücksichtigung des Schalttags im Februar 2024 eine Steigerung von gut 1,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.
Dabei stieg die erfasste Milchmenge absolut um etwa 1,1 Mio. Tonnen. Besonders Irland und Polen trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei und erhöhten ihre Produktionskapazitäten erheblich.
