Das Max-Rubner-Institut hat vorläufige Daten zur diesjährigen Erntequalität vorgelegt. Die Ergebnisse deuten auf vielversprechende Werte hin, sind jedoch noch nicht repräsentativ. Analysiert wurden bislang nur Teile der Proben, sodass die endgültigen Zahlen noch deutlich von den aktuellen Werten abweichen können.
Bei Weizen liegen derzeit Ergebnisse von 73 Prozent der Probeschnitte und 31 Prozent der Volldrusche vor. Da zahlreiche Proben aus dem Zeitraum nach den regenbedingten Ernteunterbrechungen noch nicht untersucht sind, rechnen die Fachleute mit späteren Anpassungen.
Der bisher ermittelte Rohproteingehalt des Weizens beträgt im Mittel 12 Prozent. Damit liegt der Wert leicht über dem Durchschnitt des Vorjahres von 11,6 Prozent. Bayern erreichte mit 13,6 Prozent den höchsten Gehalt, während Nordrhein-Westfalen mit 10,5 Prozent am unteren Ende liegt. Der Sedimentationswert als Maß für die Proteinqualität liegt bei 40 Millimetern und damit knapp über dem Vorjahreswert von 38 Millimetern.
Die Qualität des Klebers wird insgesamt als dehnbar und elastisch beschrieben. Der Feuchtklebergehalt bleibt mit 22,6 Prozent auf dem niedrigen Niveau von 2024. Bei den Fallzahlen ergibt sich mit 337 Sekunden ein unauffälliger Mittelwert, etwas unter den 356 Sekunden des Vorjahres. Da viele Proben vor der längeren Regenperiode gezogen wurden, ist hier mit späteren Abweichungen zu rechnen.
Beim Auswuchs zeigt sich bislang ein Anstieg: Der Anteil liegt bei 0,19 Gewichtsprozent, während im vergangenen Jahr nur 0,06 Prozent ermittelt wurden. Positiv fällt das Hektolitergewicht aus, das mit 78 Kilogramm pro Hektoliter über dem Vorjahreswert von 75,4 Kilogramm liegt. Der Schmachtkornanteil wurde mit 0,38 Prozent deutlich niedriger als 2024 erfasst, als er noch bei 0,81 Prozent lag.
Für Roggen liegen bislang lediglich 14,7 Prozent der geplanten Proben vor. Davon erreichten 96,2 Prozent die Brotroggenqualität, ein leichter Rückgang gegenüber 99,4 Prozent im Vorjahr. Aufgrund der geringen Datenbasis ist die Aussagekraft jedoch stark eingeschränkt.
Ein weiterer Aspekt betrifft den Gehalt an Mykotoxinen. Sowohl bei Weizen als auch bei Roggen wurden bislang niedrige Werte gemessen. Die trockene Frühjahrswitterung und ein reduzierter Krankheitsdruck durch Pilzinfektionen könnten zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Für eine endgültige Einschätzung bleibt jedoch die vollständige Auswertung aller Proben abzuwarten.
