In Kenia erlebt der Geflügelmarkt derzeit einen beispiellosen Boom, wobei die Nachfrage nach Geflügelprodukten wie Eiern und Fleisch stetig zunimmt. Dennoch bleibt das Angebot hinter diesem Bedarf zurück. In einem Land, in dem viele noch als Selbstversorger leben, spielen große Betriebe wie die Isinya-Gruppe eine entscheidende Rolle bei der Deckung des Marktes.
Strukturierte Produktionskette und maßgebliche Akteure
Die Isinya-Gruppe, im Besitz der Shah-Familie, zeichnet sich durch einen integrierten Produktionsansatz aus. Der Betrieb vereint Legehennenhaltung, Brüterei und Futtermischwerk unter einem Dach und beliefert nicht nur den kenianischen Markt, sondern auch Nachbarländer wie Uganda. Nicholas Grobler, der Betriebsleiter für den Geflügelbereich, bringt 36 Jahre Erfahrung mit. Er betont, dass die Herausforderungen in Afrika vor allem in der geringen Automatisierung und der Verfügbarkeit von Betriebsmitteln liegen. Diese Umstände erfordern ein geschicktes Management.
Technologische Vielfalt und Herausforderungen
An einem besichtigten Standort südlich von Nairobi betreibt die Isinya-Gruppe sowohl manuell betriebene als auch automatisierte Anlagen. In den älteren Außenklimaställen werden 20.000 Hennen traditionell per Hand versorgt, während in den moderneren klimatisierten Ställen je 52.000 Hennen untergebracht sind. Grobler steht der Vollautomatisierung skeptisch gegenüber, da Stromausfälle problematisch sein können und Ersatzteile teuer importiert werden müssen.
Der Betrieb legt großen Wert auf Qualitätssicherung beim Futter, das hauptsächlich aus importierten Rohstoffen wie Mais und Soja hergestellt wird. Mit einer Produktion von 200 Tonnen Geflügelfutter pro Tag ist das Werk eines der größten seiner Art in Kenia.
Genetische Auswahl und Hygienepraktiken
Der Betrieb setzt auf die Lohmann Braun Classic-Rasse, bekannt für ihre hohe Ei-Leistung. Die Legehennen verbleiben 18 Monate im Betrieb und legen in dieser Zeit rund 340 Eier. Die Junghennenzucht erfolgt mit Tieren aus der Türkei, wobei wöchentlich rund 400.000 Küken heranwachsen.
Hygiene ist ein zentrales Thema: Desinfektionsmaßnahmen sollen Infektionen vorbeugen. Trotzdem stellen Krankheiten wie infektiöse Bronchitis und Newcastle-Krankheit eine Herausforderung dar. Impfungen und Antibiotikaeinsätze sind gängige Praktiken zur Krankheitsbekämpfung.
Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen
Trotz bürokratischer Hürden plant die Isinya-Gruppe eine Expansion ihrer Kapazitäten. Die Brüterei soll zukünftig bis zu 700.000 Küken pro Woche liefern können, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Auch das Futtermischwerk soll erweitert werden.
Nicholas Grobler sieht sich Herausforderungen gegenübergestellt, insbesondere steigenden Kosten und regulatorischen Hürden bei Bauvorhaben. Tierwohlaspekte spielen laut ihm in Afrika eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu wirtschaftlichen Zwängen.
