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Bürokratie bremst Wasserkraft: VBEW fordert schnellere Genehmigungen

Bayern nimmt eine herausragende Stellung bei der Nutzung von Wasserkraft ein. Rund 20 % des dort erzeugten Bruttostroms stammen aus dieser erneuerbaren Energiequelle, während der Anteil bundesweit weniger als 5 % beträgt. Mit etwa 4.200 Wasserkraftanlagen, die von kleinen dezentralen Anlagen bis zu großen Lauf- und Pumpspeicherkraftwerken reichen, ist Bayern der Standort für rund 60 % aller deutschen Wasserkraftwerke.

Wasserkraft: Ein essenzieller Baustein in Bayern

Der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) hebt die Bedeutung der Wasserkraft als zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle im Freistaat nach der Photovoltaik hervor. Bei einem Neujahrsempfang wurde betont, dass die Wasserkraft ein wesentlicher Bestandteil einer stabilen Energieversorgung darstellt und im Einklang mit dem Naturschutz steht.

Dr. Christian Scharpf, Wirtschaftsreferent aus München, unterstrich die Notwendigkeit, bestehende Anlagen zu modernisieren, um deren Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz langfristig zu sichern. Die Verantwortung liege vor allem bei Städten wie München mit zahlreichen eigenen Anlagen.

Bürokratieabbau als zentrale Herausforderung

Ein zentrales Thema des Empfangs war der Abbau von Bürokratie. Walter Nussel, Beauftragter für Bürokratieabbau in Bayern, wies darauf hin, dass die Energiewende und Versorgungssicherheit durch eine Beschleunigung der Verfahren unterstützt werden müssen. Die aktuellen Genehmigungsverfahren sind oft durch komplexe Anforderungen und langwierige Prozesse gekennzeichnet, was den Fortschritt hemmt.

Laut Georg Loy vom VBEW-Ausschuss für Wasserkraft ist es unabdingbar, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren reformiert werden. Trotz ihrer Bedeutung für Hochwasserschutzkonzepte werden Projekte durch umfangreiche Dokumentationspflichten verzögert.

Zukunftsperspektiven: Effizienz und Ausbau

Trotz bürokratischer Hürden steht die Wasserkraftbranche bereit, ihre Kapazitäten auszubauen. Marian Rappl vom VBEW betonte das Potenzial für Effizienzsteigerungen in bestehenden Anlagen sowie Investitionen in Speicherprojekte und Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz.

Der VBEW fordert schnelle und rechtssichere Genehmigungsverfahren sowie klare Zuständigkeiten, um den Ausbau voranzutreiben. Wenn die politisch gewünschte Energiewende gelingen soll, müssen sich diese Ziele auch in der Verwaltungspraxis widerspiegeln.

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