Das Jahr 2026 bringt bedeutende Änderungen im Bereich des Pflanzenschutzes im Kartoffelanbau mit sich. Während einige neue Fungizide und Beizmittel eingeführt werden, müssen Landwirte andererseits auf den Einsatz von Metribuzin verzichten. Diese Anpassungen erfordern eine sorgfältige Planung und Kenntnis der neuen Bedingungen.
Neue Produkte für den Pflanzenschutz
Im kommenden Jahr wird der Keimhemmer Biox-M, dessen Wirkstoff aus Grüne-Minze-Öl besteht, auch für Pflanzkartoffeln zugelassen. Die Anwendung erfolgt durch kontinuierliche Kaltvernebelung und könnte den Schutz gegen Keimung verbessern. Des Weiteren bietet die neue biologische Beize Serenade Soil Activ mit dem Bodenbakterium Bacillus amyloliquefaciens einen Schutz gegen Silberschorf und Rhizoctonia. Laut Bayer soll das Produkt auch die Schalenqualität verbessern und den Gehalt an Glycoalkaloiden senken, was jedoch noch in weiteren Tests bestätigt werden muss.
Darüber hinaus wurden mehrere Fungizide gegen Krautfäule zugelassen. Divexo nutzt die bekannten Wirkstoffe Propamocarb und Ametoctradin. Es ist für die Startspritzungen geeignet und kann zweimal pro Saison eingesetzt werden. Observer Pro und Revus Pro enthalten ebenfalls Propamocarb und eignen sich für den frühen Einsatz im Jahr, wobei Observer Pro dreimal pro Saison angewendet werden darf.
Wichtige Ersatzprodukte nach dem Wegfall von Metribuzin
Metribuzin-haltige Herbizide dürfen ab 2026 nicht mehr verwendet werden, was Landwirte zwingt, alternative Lösungen zu finden. Produkte wie Boxer, das nun sowohl im Vor- als auch im Nachauflauf mit einer reduzierten Menge eingesetzt werden kann, bieten hier Ersatzmöglichkeiten insbesondere bei bestimmten Unkräutern. Das Insektizid Teppeki steht wieder zur Verfügung, jedoch sollte sein Einsatz aufgrund möglicher Rückstände in Kartoffeln früh in der Saison erfolgen.
Bedeutende Abgänge im Pflanzenschutz
Mit dem Verbot von Metribuzin fallen zahlreiche Herbizide weg, darunter bekannte Namen wie Arcade und Artist. Dies bedeutet auch das Ende der Verwendung von Flufenacet in Kartoffeln im nächsten Jahr. Betriebe müssen daher rechtzeitig auf alternative Strategien umschwenken.
Kritische Punkte beachten
Landwirte sollten stets die aktuellen Zulassungen für Pflanzenschutzmittel im Auge behalten, da einige Mittel nur kurzzeitig verlängert werden könnten. Insbesondere bei Zertifizierungsverfahren ist es wichtig, über die gültigen Zulassungen informiert zu sein, da diese während der Saison auslaufen können.
Eine aktuelle Übersicht über zugelassene Pflanzenschutzmittel kann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen heruntergeladen werden (Stand: 18. Februar 2026). Dies hilft Betrieben nicht nur bei der Planung ihrer Pflanzenschutzstrategien, sondern ist auch eine Voraussetzung für die Zertifizierung.
