Australien hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand in der Rindfleischproduktion erreicht und damit seine Rolle als einer der weltweit führenden Exporteure weiter gefestigt. Nach aktuellen Daten des Australian Bureau of Statistics (ABS) summierte sich die Erzeugung auf rund 2,87 Millionen Tonnen Rindfleisch. Das entspricht einem Anstieg von etwa 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert einen historischen Rekord.
Schlachtzahlen und Gewichte auf Höchstniveau
Treiber der Entwicklung waren vor allem deutlich gestiegene Schlachtzahlen. Insgesamt wurden 2025 rund 9,28 Millionen Rinder verarbeitet – so viele wie seit Ende der 1970er-Jahre nicht mehr. Parallel dazu erhöhte sich das durchschnittliche Schlachtgewicht auf etwa 309 Kilogramm je Tier.
Im vierten Quartal allein lag die Produktion bei mehr als 712.000 Tonnen. Branchenanalysen führen die Dynamik unter anderem auf günstige Weidebedingungen in mehreren Regionen sowie auf eine strategische Bestandsanpassung in Teilen der Rinderhaltung zurück.
Exportnachfrage stützt Rindfleischproduktion
Neben der hohen Erzeugung legten auch die Rindfleischexporte deutlich zu. Australien exportierte 2025 mehr als 1,5 Millionen Tonnen Rindfleisch und erreichte damit ebenfalls ein neues Rekordniveau. Wichtige Absatzmärkte waren die USA, China, Japan und Südkorea.
Die starke internationale Nachfrage wirkte stabilisierend auf die Erzeugerpreise. Insgesamt erzielten die Produzenten für geschlachtete Rinder Erlöse von umgerechnet über 20 Milliarden australischen Dollar – rund fünf Milliarden mehr als im Vorjahr. Damit zählt 2025 auch wirtschaftlich zu den erfolgreichsten Jahren der australischen Rinderbranche.
Herausforderungen für die Herdenstruktur
Trotz der positiven Bilanz sehen Marktbeobachter auch Risiken. Der hohe Anteil weiblicher Tiere an den Schlachtungen könnte mittelfristig Auswirkungen auf die Herdenentwicklung haben. Eine zu starke Reduzierung des Zuchtbestandes würde das Produktionspotenzial in den kommenden Jahren begrenzen.
Zudem bleiben klimatische Schwankungen ein Unsicherheitsfaktor. Während nördliche Regionen zuletzt von guten Wachstumsbedingungen profitierten, litten südliche Gebiete unter trockeneren Phasen. Die Resilienz der Betriebe wird daher auch künftig eine zentrale Rolle spielen.
Ausblick auf 2026
Ob das Rekordniveau der Rindfleischproduktion gehalten werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab: stabile Exportmärkte, ausreichende Futtergrundlagen und eine ausgewogene Bestandsentwicklung. Fachleute gehen davon aus, dass Effizienzsteigerungen in der Fütterung und im Herdenmanagement entscheidend sein werden, um die Wettbewerbsfähigkeit Australiens im globalen Rindfleischmarkt langfristig zu sichern.
