Mit dem Beginn des Frühlings stehen Landwirte vor der Herausforderung, ihre Rapsfelder vor Schädlingen zu schützen. Insbesondere der Zuflug von Rüsslern, wie dem Rapsstängelrüssler und dem Kohltriebrüssler, kann erhebliche Ertragsverluste verursachen, wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird. Diese Schädlinge überwintern häufig in den Feldern des Vorjahres oder an den Feldrändern und werden mit steigenden Temperaturen aktiv.
Frühzeitige Kontrolle der Rapsfelder
Um den Zuflug der Rüssler effektiv zu überwachen, wird empfohlen, die Bestände täglich zu kontrollieren. Bei der Überprüfung gelten fünf Käfer pro drei Tage als Richtwert für den Rapsstängelrüssler und 15 Käfer für den Kohltriebrüssler. Hierbei sind Gelbschalen ein wichtiges Hilfsmittel. Diese sollten an strategisch günstigen Stellen positioniert werden und regelmäßig auf Wasserstand und Spülmittelzusatz überprüft werden.
Optimierung der Insektizidmaßnahmen
Eine effiziente Bekämpfung der Schädlinge hängt stark vom Zeitpunkt des Insektizideinsatzes ab. Je näher die Anwendung am Erstzuflug erfolgt, desto höher ist die Wirkung. Landwirte sollten auch darauf achten, mögliche Einstichlöcher des Kohltriebrüsslers in den Blättern frühzeitig zu erkennen.
Timing und Wassermenge bei der Applikation
Die Tageszeit spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Anwendung von Insektiziden. Nachmittags, wenn die Temperaturen steigen und die Käfer aktiver sind, ist die Erfolgschance am höchsten. Eine Wassermenge von mindestens 200 l/ha wird für eine effektive Anwendung empfohlen.
Fortlaufende Überwachung notwendig
Ein einmaliges Spritzen reicht oft nicht aus. Der fortlaufende Zuflug der Käfer kann mehrere Anwendungen notwendig machen, da die Wirkungsdauer von Pyrethroiden auf vier bis sechs Tage geschätzt wird. Zudem werden Insektizide häufig mit Mikronährstoffdüngern kombiniert. Hierbei ist es wichtig, auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten, da ein basischer Bereich die Wirksamkeit beeinträchtigen kann.
Bienenschutz berücksichtigen
Der Schutz von Bienen ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Schädlingsbekämpfung im Rapsanbau. Durch Zusatzstoffe in Fungiziden können sich die Schutzklassen ändern, sodass ein Einsatz erst nach dem täglichen Bienenflug erlaubt ist.
