Die EU hat Deutschland verpflichtet, die Ammoniakemissionen bis 2030 um 29 % im Vergleich zu 2005 zu senken. Da die Landwirtschaft hierzulande für etwa 95 % dieser Emissionen verantwortlich ist, müssen umfassende Maßnahmen ergriffen werden. Ein zentraler Ansatzpunkt besteht darin, die Emissionen von flüssigen Wirtschaftsdüngern, wie Gülle und Biogasgärresten, zu verringern.
Neue Vorgaben für emissionsarme Ausbringung
Seit 2017 gibt es in Deutschland verbindliche Regeln zur Ausbringtechnik von flüssigen Wirtschaftsdüngern, um den Kontakt mit der Atmosphäre zu minimieren. Diese Vorschriften gelten ab 2025 auch für Grünland und mehrschnittigen Feldfutterbau. Das Ziel ist es, den wertvollen Ammonium-Stickstoff (NH4+-N) in den Düngemitteln besser zu nutzen und so die Umweltbelastung zu reduzieren.
Effektive Techniken zur Reduktion von Emissionen
Die Schleppschlauch- und Schleppschuhtechnik sowie flache oder tiefe Injektionen in den Boden sind als emissionsmindernde Verfahren anerkannt. Diese Methoden verringern die Fläche, die mit Gülle bedeckt wird, im Vergleich zu herkömmlichen Breitverteilern erheblich. Dadurch wird weniger Ammoniak freigesetzt und mehr Stickstoff bleibt im Boden verfügbar.
Für eine saubere Futterproduktion ist es jedoch entscheidend, dass das Management stimmt. Die streifenförmige Ausbringungstechnik verschmutzt das Futter nicht stärker als andere Methoden. Vielmehr sind Fehler im Düngermanagement oder bei der Ernte für schlechte Hygiene verantwortlich.
Optimierung der Gülleausbringung
Einer der Schlüssel zur Minimierung von Düngerresten im Futter liegt in der Homogenisierung der Gülle vor dem Ausbringen. Besonders im Sommer sollte die Gülle mit Wasser verdünnt werden, um einen Trockensubstanzgehalt von unter 5 % zu erreichen. Bei einem hohen Anteil an groben Fasern könnte über eine Anpassung der Einstreu nachgedacht werden.
Die Vergärung von Gülle in Biogasanlagen reduziert den Gehalt an Trockensubstanz und Schleimstoffen weiter. Die flüssige Phase der separierten Gülle eignet sich hervorragend für Grünland, sofern die Festphase emissionsarm verwertet wird.
Bedingungen für optimale Ergebnisse
Wetter- und Bodenverhältnisse spielen eine entscheidende Rolle bei der Ausbringung: Bei trockenen oder extrem nassen Böden kann Gülle schlechter aufgenommen werden. Ideale Bedingungen sind kühle Temperaturen und leichter Regen nach der Ausbringung.
Zudem sollte auf den richtigen Zeitpunkt geachtet werden: Zwischen Düngerausbringung und Ernte sollten mindestens drei bis vier Wochen liegen. Eine sorgfältige Abstimmung dieser Faktoren kann eine Verschmutzung des Futters durch Düngerreste vermeiden.
Fazit: Technik richtig einsetzen
Bei der Anwendung von Schleppschlauchtechnik sollte auf einen kurzen Pflanzenbestand geachtet werden, während bei Schleppschuhtechnik eine Höhe zwischen sieben und 15 cm optimal ist. Für alle Techniken gilt: Eine Ablage in einen zu hohen Bestand sollte vermieden werden, um Fahrspuren zu reduzieren.
Letztlich hängt die Wahl der idealen Technik stark vom individuellen Betrieb ab. Pauschale Empfehlungen gibt es nicht; jeder Landwirt muss selbst abwägen, welche Methode am besten passt.
