Erdmandelgras stellt für Landwirte eine wachsende Herausforderung dar, da es sich durch unterirdische Triebe und Knöllchen rasch vermehrt. Diese Pflanze, die ursprünglich aus Ostafrika stammt, hat durch kontaminierte Erde in Zierpflanzen ihren Weg in die europäische Landwirtschaft gefunden. Die Schwierigkeiten bei der Bekämpfung und Erkennung dieses Unkrauts führen zu erheblichen Ertragseinbußen in betroffenen Kulturen.
Verbreitung und Herausforderungen
Die besondere Gefahr des Erdmandelgrases liegt in seiner Verbreitungsstrategie. Es breitet sich nicht nur über Samen aus, sondern auch über Rhizome, die bis zu 60 cm lang werden können. An deren Enden wachsen mandelförmige Knöllchen, die schwer von Erdpartikeln zu unterscheiden sind. Diese Knöllchen überstehen sogar Frost und keimen im Frühjahr bei Temperaturen ab 8 Grad Celsius. Besonders problematisch wird es, wenn Erdmandeln unbemerkt in Reifenprofilen oder Anbaugeräten verschleppt werden.
Erkennung des Erdmandelgrases
Erdmandelgras gehört zur Familie der Sauergräser und lässt sich durch seinen dreikantigen Stängel sowie die v-förmigen Blätter identifizieren. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu einem Meter, blühen von August bis September und bevorzugen Hackfrüchte wie Rüben oder Mais. In diesen Kulturen konkurrieren sie um Nährstoffe und Wasser, was zu erheblichen Ertragseinbußen führt.
Strategien zur Bekämpfung
Eine effektive Bekämpfung des Erdmandelgrases ist schwierig. Landwirte sollten darauf achten, die Knöllchen nicht weiterzuverbreiten. In kleinen Befallsbereichen kann das Ausgraben der Pflanzen helfen, wobei diese nicht auf dem Kompost entsorgt werden sollten, sondern im Restmüll. Eine langfristige Lösung bietet eine mehrjährige Schwarzbrache mit regelmäßiger flacher Bodenbearbeitung bei trockenem Wetter, um die Pflanzen auszutrocknen.
Herbizideinsatz und alternative Maßnahmen
Der Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat zeigt nur begrenzte Wirkung gegen das Erdmandelgras. Besonders wirksam sind Herbizidbehandlungen im späteren Entwicklungsstadium der Gräser aufgrund der größeren Blattmasse. In Maiskulturen können Kombinationen von Wirkstoffen eine gewisse Linderung verschaffen; zudem gibt es Notfallzulassungen für bestimmte Herbizide mit speziellen Auflagen.
Vorsicht vor dem Knolligen Zyperngras
Noch bedrohlicher als das Erdmandelgras ist das Knollige Zyperngras, das ebenfalls in Niedersachsen gesichtet wurde. Dieses Unkraut gilt weltweit als eines der gefürchtetsten seiner Art und könnte ähnliche Probleme wie sein kleinerer Verwandter verursachen. Für Landwirte bedeutet dies erhöhte Wachsamkeit bei Maschinenreinigung und Bodenbearbeitung sowie potenzielle Konflikte bei Flächentausch oder Bauarbeiten.
