Mit dem Beginn des neuen Handelsjahres stehen europäische Getreidebauern vor großen Herausforderungen. Der Handel an den europäischen Märkten, der nach einigen Tagen der Schließung wieder aufgenommen wurde, zeigt wenig Grund zur Hoffnung. Besonders die Aussichten für Weizen und Raps im Jahr 2026 bleiben düster, wie von Analysten hervorgehoben wird.
Einflussfaktoren auf den Weizenmarkt
Für Landwirte bedeutet die aktuelle Situation einen anhaltenden Druck auf die Weizenpreise. Analysten führen mehrere Gründe dafür an: Die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar zwingt zu einer Anpassung der Getreidepreise nach unten. Zudem verstärken Friedensverhandlungen in der Ukraine das Sicherheitsgefühl hinsichtlich der Getreideverfügbarkeit für das kommende Jahr. Dies führt zu einem Abwärtstrend, der auch auf den internationalen Märkten spürbar ist.
Ein weiterer Aspekt sind die Rekordernten in Argentinien und Australien, die zu einem übermäßigen globalen Angebot beitragen und somit die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Weizen schwächen. In den USA könnten Tierhalter aufgrund des Preiswettbewerbs zwischen nord- und südamerikanischem Mais beginnen, von Mais als Tierfutter auf minderwertigen Mahlweizen aus Lateinamerika umzusteigen.
Rapspreise unter Druck
Auch beim Raps sieht es nicht besser aus: Der Preis pro Tonne fiel am Montag weiter ab und notierte für neue Ernten bei 436 Euro pro Tonne für August 2026. Die Konkurrenz durch kanadischen Canola sowie eine prognostizierte Anbauflächenausweitung in Frankreich belasten den Markt zusätzlich.
In Nordamerika bleibt der Wettbewerb mit Brasilien auf dem Sojamarkt ein weiteres Problem. Trotz starker US-Exporte konnten die Preise nicht stabilisiert werden, da Brasiliens Produktionsprognosen weiterhin hoch sind. Peking hat zwar amerikanische Sojabohnen bestellt, doch dies reicht nicht aus, um eine Marktberuhigung herbeizuführen.
Zukunftsperspektiven für Landwirte
Für europäische Landwirte bleibt die Lage angespannt. Die intensiven internationalen Wettbewerbssituationen und geopolitischen Entwicklungen lassen wenig Raum für Optimismus. Strategien zur Steigerung der Effizienz oder Diversifikation könnten mögliche Ansätze sein, um den Herausforderungen zu begegnen.
Trotz allem gilt es weiterhin, Entwicklungen wie die Wechselkursdynamik oder potenzielle Handelsabkommen genau zu beobachten, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Nur so können landwirtschaftliche Betriebe langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.
