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Schnellere Pflanzenschutzmittel-Zulassung: Rainer vs. UBA-Veto

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln steht im Mittelpunkt aktueller Diskussionen, da Bundesagrarminister Alois Rainer sich für eine Beschleunigung des Prozesses einsetzt. Seit Juli arbeitet sein Ministerium mit einer eigens eingerichteten Projektgruppe an der „Neuausrichtung der Pflanzenschutzmittelzulassung“. Dies ist Teil eines europäischen Anliegens, die Genehmigungsverfahren zu straffen.

Herausforderungen durch das Vetorecht des UBA

Die Bestrebungen Rainers stoßen jedoch auf Hürden, insbesondere durch das bestehende Vetorecht des Umweltbundesamtes (UBA). Eine parlamentarische Anfrage der Grünen offenbarte, dass die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode keine Änderungen an diesem Vetorecht plant. Somit bleibt das UBA eine entscheidende Instanz im Zulassungsverfahren, was einem faktischen Vetorecht gleichkommt.

Neben dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) spielen auch das Julius Kühn-Institut (JKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Rolle im Genehmigungsprozess. Doch nur das UBA hat als Einvernehmensbehörde die Möglichkeit, eine Zulassung effektiv zu blockieren.

Bedenken der Länder und der Agrarindustrie

Besonders aus den Reihen der Landwirtschaft und agrarchemischen Industrie gibt es Kritik an dieser Regelung. Mehrere Landesagrarministerien plädieren dafür, das UBA zu einer Benehmensbehörde herabzustufen, um den Prozess zu beschleunigen. Sie argumentieren, dass die derzeitige „Blockadehaltung“ des UBA den Zulassungsprozess behindere.

Umweltschutzorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hingegen befürworten den aktuellen Status des UBA. Sie warnen davor, dass eine Schwächung der Behörde dazu führen könnte, dass chemische Konzerne verstärkt Einfluss nehmen.

Präzisionslandwirtschaft als Lösungsansatz

Trotz dieser Kontroversen setzt die Bundesregierung auf moderne Technologien zur Risikominderung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Präzisionslandwirtschaft und integrierter Pflanzenschutz stehen dabei im Vordergrund. Ebenso sollen digitale Experimentierfelder und Zukunftsbetriebe gefördert werden, um neue Techniken wie Künstliche Intelligenz praxistauglich zu machen.

Diese Ansätze spiegeln laut Regierung einen klaren Weg wider: Die Landwirtschaft soll durch innovative Methoden unterstützt werden, um sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ziele zu erreichen.

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