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UBA-Vetorecht bleibt: Landwirte fordern schnellere Zulassungen

Deutsche Landwirte sehen sich mit einer unveränderten Hürde bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln konfrontiert: Das Umweltbundesamt (UBA) behält seine Rolle als Einvernehmensbehörde, was einem Vetorecht gleichkommt. Diese Entscheidung der Bundesregierung, die aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht, sorgt für Diskussionen. Das UBA kann somit weiterhin entscheidend Einfluss auf den Zulassungsprozess nehmen.

Einfluss des UBA auf die Zulassung

Bei der Genehmigung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland sind mehrere Behörden involviert, darunter das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das Julius Kühn-Institut (JKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Während JKI und BfR lediglich beratende Funktionen haben, besitzt das UBA durch sein Einvernehmen ein faktisches Vetorecht bei der Zulassung. Diese Konstellation führt zu einer starken Stellung des UBA im Entscheidungsprozess.

Kritik an der Blockadehaltung

Zahlreiche Landesagrarministerien plädieren dafür, die Rolle des UBA zu ändern und dessen Einfluss zu beschränken. Sie argumentieren, dass die momentane Situation den Zulassungsprozess unnötig kompliziert und verzögert. Diese Ansicht wird auch von Vertretern der agrarchemischen Industrie geteilt, die in dem starken Einfluss des UBA eine Behinderung sehen.

Unterstützung für Umweltschutzmaßnahmen

Im Gegensatz dazu fordern Umweltorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe eine Beibehaltung des aktuellen Status des UBA. Sie warnen davor, dass eine Schwächung der Behörde den Einfluss großer Chemiekonzerne verstärken könnte. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Umweltbewusstsein in der Agrarpolitik.

Moderne Ansätze zur Risikominderung

Trotz dieser Konflikte plant die Bundesregierung, mithilfe moderner Technologien die Risiken durch Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. Der Fokus liegt dabei auf praxistauglichen Lösungen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Zu den Strategien zählen Präzisionslandwirtschaft, Anreize für integrierten Pflanzenschutz sowie digitale Experimentierfelder. Auch die Förderung sogenannter „Zukunftsbetriebe“, in denen digitale Techniken und Künstliche Intelligenz angewendet werden, steht im Vordergrund.

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