Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Europa weiter aus. Neue Meldungen aus Estland verdeutlichen, dass jederzeit auch andere Regionen betroffen sein können, wenn das Virus eingeschleppt wird. Französische Wissenschaftler haben nun berechnet, welche wirtschaftlichen Folgen ein Ausbruch in Frankreich hätte. Grundlage ihrer Analyse waren die Erfahrungen und Marktreaktionen nach dem Auftreten der Tierseuche in Deutschland, berichtet die Fachzeitschrift Porcmag.
Aktuell liefert Frankreich den Großteil seines Schweinefleischs in europäische Länder, rund 58 Prozent der Gesamtexporte. Weitere 37 Prozent gehen nach Asien. Der gesamte Exportwert beläuft sich auf etwa 1,6 Milliarden Euro. Laut den Prognosen würde ein ASP-Ausbruch die Handelsströme deutlich verändern.
Die Modellrechnungen zeigen, dass die Ausfuhrmengen um rund 50.000 Tonnen oder etwa 16 Prozent sinken könnten. Während die innereuropäischen Lieferungen um ein Drittel steigen würden, könnte der Absatz in Drittländer um fast zwei Drittel zurückgehen. Besonders schmerzhaft wären die Einbußen in den asiatischen Märkten, die in diesem Szenario weitgehend wegbrechen würden.
Auch der Handelswert wäre massiv betroffen. Nach Einschätzung der Forscher könnte er um 256 bis 364 Millionen Euro sinken. Das entspräche bis zu 23 Prozent des aktuellen Exportvolumens. Der europäische Markt könnte die Ausfälle außerhalb Europas nicht vollständig auffangen.
Die Folgen eines reduzierten Außenhandels würden sich direkt auf die heimischen Erzeugerpreise auswirken. Besonders Innereien ließen sich ohne Exportmärkte nur schwer absetzen. Insgesamt könnte der Schweinepreis nach den Berechnungen um etwa 14 Prozent zurückgehen. Einzelne Teilstücke wären mit Abschlägen zwischen 7 und 27 Prozent besonders betroffen.
Zusätzlich zu den Preisrückgängen rechnen die Wissenschaftler mit Folgekosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu zählen Anpassungen in der Logistik, Veränderungen in der Verarbeitung, verschärfte Gesundheitsprotokolle sowie der Verlust einzelner Absatzkanäle. All diese Faktoren würden die Erlöse der Produzenten weiter belasten.
