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Extremwetter treibt weltweit die Preise für Nahrungsmittel

Weltweit beeinträchtigen ungewöhnliche Wetterphänomene wie Trockenperioden, starke Regenfälle oder Temperaturstürze die Landwirtschaft und wirken sich spürbar auf den Preis von Nahrungsmitteln aus. Zu den spürbarsten Beispielen zählt der Anstieg des Kaffeepreises, der vielerorts deutlich über dem gewohnten Niveau liegt. Der Grund: Ernteausfälle in wichtigen Anbauregionen wie Brasilien und Vietnam infolge extremer Wetterlagen.

Zahlreiche Studien zeigen, dass Kaffee kein Einzelfall ist. Das Barcelona Supercomputing Centre hat Ernte- und Preisentwicklungen weltweit untersucht und die Zusammenhänge zwischen Wetterextremen und Lebensmittelpreisen analysiert. Die Auswirkungen reichen dabei von veränderten Konsumgewohnheiten bis hin zu gesundheitlichen Risiken, insbesondere bei wirtschaftlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Nicht nur langfristige Entwicklungen standen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Forscher legten den Schwerpunkt auf kurzfristige Preisanstiege, die innerhalb weniger Monate nach einem extremen Wetterereignis auftreten. Diese raschen Preisveränderungen werden von Verbraucherinnen und Verbrauchern unmittelbar wahrgenommen und haben direkten Einfluss auf das tägliche Leben.

Gerade Haushalte mit geringem Einkommen müssen sich bei steigenden Preisen oft für kostengünstigere, aber weniger nährstoffreiche Lebensmittel entscheiden. Dies kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass kalorienarme, gesunde Lebensmittel im Schnitt doppelt so teuer sind wie stark verarbeitete Produkte. Ein Rückgang beim Konsum von frischem Obst und Gemüse kann Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen oder sogar bestimmte Krebsarten begünstigen.

In vielen Ländern lassen sich bereits konkrete Beispiele beobachten. In Großbritannien etwa stiegen die Kartoffelpreise allein zwischen Januar und Februar 2024 um mehr als 20 Prozent. Ursache waren ungewöhnlich starke Regenfälle im Winter, die laut Expertenschätzungen deutlich intensiver und häufiger auftraten als früher. Schon im Jahr zuvor hatten extreme Temperaturen von über 40 Grad Celsius die dortige Landwirtschaft zusätzlich belastet.

Auch die Vereinigten Staaten verzeichneten im November 2022 markante Preissteigerungen. In Kalifornien und Arizona kletterten die Gemüsepreise um bis zu 80 Prozent, nachdem die Sommermonate von außergewöhnlicher Hitze und Wassermangel geprägt waren. Diese Bedingungen beeinträchtigten die Erntequalität und führten zu einem deutlich geringeren Angebot.

Im Mittelmeerraum machten sich die Trockenperioden der Jahre 2022 und 2023 besonders beim Olivenöl bemerkbar. In Spanien und Italien stieg der Preis bis Anfang 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte. Ähnliche Entwicklungen wurden auch beim Kakao beobachtet: Die globalen Preise lagen im April 2024 um fast 280 Prozent höher als noch zwei Monate zuvor. Verantwortlich dafür waren massive Hitzewellen in der Elfenbeinküste und in Ghana, wo die Temperaturen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt lagen.

Auch in Asien zeigen sich ähnliche Tendenzen. Indien verzeichnete nach einer Hitzewelle im Mai 2024 im folgenden Quartal starke Preissteigerungen bei Zwiebeln und Kartoffeln. In Japan kletterten die Reispreise im September desselben Jahres nach einem extrem heißen August um fast 50 Prozent. Laut Wetteraufzeichnungen war es der heißeste Sommer seit Beginn der Messungen im Jahr 1946.

Die globale Durchschnittstemperatur liegt bereits 1,3 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg um bis zu drei Grad hin. Mit jeder zusätzlichen Erwärmung wächst auch die Wahrscheinlichkeit für Wetterextreme – mit direkten Folgen für die Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit weltweit. Die Effekte zeigen sich schon jetzt in der täglichen Lebensrealität vieler Menschen.

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