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Wirtschaftsverbände kritisieren BMEL-Pläne zur Rindfleisch-Kennzeichnung

Ein Bündnis aus verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Organisationen hat Bedenken gegen die neuen Pläne des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Kennzeichnung der Tierhaltung von Rindfleisch geäußert. Die vorgelegten Eckpunkte zur Kennzeichnung folgen auf ähnliche Maßnahmen im Bereich des Schweinefleischs, welche noch nicht vollständig umgesetzt sind und ebenfalls kritisch gesehen werden.

Letzte Woche wurden die ersten Entwürfe des BMEL zur Kennzeichnung der Rindfleischproduktion vorgestellt, die von den Verbänden als unzureichend und realitätsfern bewertet werden. Zu den Kritikern gehören unter anderem der Bauernverband, der Bundesverband Rind und Schwein, der Deutsche Raiffeisenverband, die Initiative Tierwohl, der Milchindustrieverband, QM-Milch sowie der Verband der Fleischwirtschaft. Sie unterstützen grundsätzlich das Ziel, die Transparenz der Tierhaltung zu erhöhen, sehen jedoch erhebliche Mängel in den aktuellen gesetzlichen Regelungen.

Die Verbände bemängeln, dass die staatliche Kennzeichnung von Schweinefleisch unter Bundesminister Cem Özdemir Mängel aufweist, die vor einer Ausweitung auf Rindfleisch behoben werden müssen. Probleme wie die uneinheitliche Auslegung der Kriterien für verschiedene Kategorien, unklare Datenweitergabe, unzureichende Downgrading-Optionen und die mangelhafte Einbindung privater Systeme müssen adressiert werden.

Die Kritik richtet sich auch gegen die vorgeschlagenen Kriterien für Rindfleisch, die als realitätsfern und inkonsistent beschrieben werden. Besonders die Anforderungen an die letzten 12 Monate vor der Schlachtung für Jungbullen und Milchkühe sowie die Bewertung unterschiedlicher Haltungssysteme wie automatisierte Melk- und Fütterungsanlagen wurden als problematisch hervorgehoben.

Die Verbände warnen, dass die geplante Gesetzeserweiterung nicht nur zu großer Verunsicherung bei den Landwirten führt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierhaltung durch zusätzliche Bürokratie einschränkt, ohne einen erkennbaren Mehrwert für das Tierwohl zu bieten. Sie fordern das BMEL auf, die bestehenden Probleme bei der Kennzeichnung von Schweinefleisch zu lösen und in enger Abstimmung mit den Wirtschaftsbeteiligten wissenschaftlich fundierte Kriterien für Rindfleisch zu entwickeln, die bestehende private Kennzeichnungssysteme berücksichtigen.

Zusammenfassend sehen die Verbände die Notwendigkeit für eine Überarbeitung der staatlichen Kennzeichnungsstrategie, um die Fortschritte im Bereich des Tierwohls, die durch wirtschaftliche Initiativen bereits erzielt wurden, nicht zu gefährden.

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