Anzeige
 

DJV kritisiert SPD-Positionen zur Jagdpolitik vor Europawahl

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat besorgt auf die Antworten der SPD zu seinen Wahlprüfsteinen für die Europawahl reagiert. Besonders die Positionen der SPD zum Umgang mit dem Wolf und zum Artenschutz, einschließlich der Fangjagd, stehen teils im Widerspruch zu bestehenden Vereinbarungen und Forderungen. Der DJV fordert die SPD auf, ihre Standpunkte zu jagdlichen Themen grundlegend zu überdenken. Die organisierte Jägerschaft steht für einen wissensbasierten Dialog bereit.

Schutzstatus des Wolfes

In ihren Antworten zur Europawahl lehnt die SPD eine Lockerung des Schutzstatus für Wölfe auf EU-Ebene ab und betont die Bedeutung des Herdenschutzes zur Schadensprävention. Diese Position widerspricht früheren Beschlüssen und Regierungsaufträgen zur Einführung eines differenzierten Bestandsmanagements. Die SPD stellt sich damit auch gegen Forderungen aus besonders betroffenen Regionen.

Kritik an Ablehnung der Fangjagd

Die SPD lehnt auch die Bau- und Fallenjagd aus Tierschutzgründen ab. Der DJV kritisiert diese Haltung scharf und betont, dass die Ablehnung jeglicher wissensbasierten Grundlage fehlt. Deutschland hat das internationale AIHTS-Abkommen für humane Fangjagd bis heute nicht umgesetzt. Dies führt zu Problemen bei der Zertifizierung von Fallen. Fangjagd spielt eine wichtige Rolle im Artenschutz und im Hochwasserschutz gegen invasive Arten wie die Nutria.

Einfluss der EU-Gesetzgebung auf die Jagd

Die europäische Gesetzgebung beeinflusst die Jagd in Deutschland zunehmend. Themen wie der Schutzstatus des Wolfes, die Bejagung von Vögeln und die Verwendung von bleihaltiger Munition sind wichtige Aspekte. Der DJV ruft alle Jägerinnen und Jäger dazu auf, sich an der Europawahl zu beteiligen, um die Jagdpolitik der kommenden Jahre mitzubestimmen. Das Europäische Parlament hat erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung der EU und ist das einzige direkt gewählte Organ.

Aufruf zur Beteiligung an der Europawahl

Der DJV betont die Bedeutung der Europawahl für die zukünftige Jagdpolitik. Alle Jägerinnen und Jäger sind aufgerufen, sich zu beteiligen, um ihre Interessen und Anliegen in die EU-Gesetzgebung einzubringen. Der DJV steht bereit, um in einem offenen Dialog wissensbasierte Lösungen für jagdliche Themen zu erarbeiten und umzusetzen.

Der Deutsche Jagdverband sieht in den Positionen der SPD zur Jagdpolitik erheblichen Nachbesserungsbedarf und hofft auf einen konstruktiven Austausch zum Wohl von Wildtiermanagement und Artenschutz.

Weitere Nachrichten aus der Politik

EU-Spitzentreffen: Merz fordert Bürokratieabbau und Freihandel

Am 12. Februar treffen sich Europas führende Politiker im belgischen Schloss Alden Biesen, um Wege zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft zu diskutieren....

Milchgipfel: Risikoausgleichsrücklage statt Marktordnungs-Eingriffe

Beim jüngsten Milchgipfel, einberufen von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, stand die Diskussion um die Zukunft des Milchmarktes in Deutschland im Mittelpunkt. Dabei wurde...

CSU-Minister Rainer kürzt Ökoförderung: Biobranche empört

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen plant der CSU-Bundesagrarminister Alois Rainer, die Förderung des ökologischen Landbaus im Bundeshaushalt auf zentrale Themen zu fokussieren....

EU erlaubt mehr Stickstoffdünger aus Gülle

Ab der Düngesaison 2027 dürfen europäische Landwirte mehr als 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr aus aufbereitetem Stickstoff (Renure) verwenden. Diese...

EU schützt Landwirte: Mercosur-Schutzklauseln beschlossen

Mit einem klaren Votum hat das Europäische Parlament die sogenannten Mercosur-Schutzklauseln verabschiedet. Eine überwältigende Mehrheit von 483 Abgeordneten sprach sich am Dienstag...