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Bayer verlagert Produktion von Pflanzenschutzmitteln ins Ausland

Der Chemie- und Agrarkonzern Bayer hat angekündigt, Teile seiner Produktion von Pflanzenschutzmitteln ins Ausland zu verlegen. Grund dafür sind fehlende Ursprungsnachweise, die den Export bestimmter Wirkstoffe aus deutschen Produktionsstätten in Nicht-EU-Länder erschweren. Die Maßnahme betrifft vor allem Produkte, die in Deutschland hergestellt, aber nicht für den heimischen Markt bestimmt sind.

Ein Sprecher der Bayer-Division Crop Science bestätigte gegenüber AGRA Europe, dass diese Entscheidung bereits gefallen sei. Bereits im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass unter anderem die Türkei und Saudi-Arabien aufgrund administrativer Hürden nicht mehr direkt von Deutschland aus beliefert werden können. Trotz intensiver Gespräche mit den Behörden konnten keine dauerhaften, praxistauglichen Lösungen gefunden werden.

Im Frühjahr hatte die Geschäftsführerin von Bayer CropScience Deutschland, Karin Guendel Gonzalez, erklärt, dass zumindest vorübergehende Regelungen gefunden worden seien, die eine Weiterführung der Produktion an den Hauptstandorten in Nordrhein-Westfalen ermöglichten. Dennoch konnten laut Unternehmensangaben bislang Pflanzenschutzmittel im Wert von etwa 120 Millionen Euro nicht gefertigt werden.

Auch die Lieferkette ist von den Einschränkungen betroffen. Am Standort Monheim sowie in angrenzenden Regionen in Nordrhein-Westfalen und Bayern arbeiten mehr als zwanzig mittelständische Unternehmen eng mit Bayer zusammen. Sie spüren die Auswirkungen der Exportprobleme indirekt, etwa durch zurückgehende Aufträge oder verzögerte Produktionsprozesse.

Der Konzern weist darauf hin, dass eine bundesweit einheitliche Lösung notwendig sei. In den vergangenen 18 Monaten wurden verschiedene Gespräche auf Landes- und Bundesebene geführt, unter anderem mit Vertretern der Verwaltung in Nordrhein-Westfalen und Hessen. In Nordrhein-Westfalen konnte eine temporäre Regelung erreicht werden, um bestimmte Lieferungen zu ermöglichen.

Mit Blick auf die Zukunft hofft das Unternehmen auf klare politische Entscheidungen. Bayer betont, dass eine bundeseinheitliche Regelung dringend erforderlich sei, um Planungssicherheit für Produktion und Export zu schaffen. Der Konzern setzt dabei auf die neue Bundesregierung, um die Thematik zeitnah auf politischer Ebene anzugehen.

In diesem Zusammenhang verweist das Unternehmen auch auf wirtschaftliche Risiken für den Standort Deutschland. Verzögerungen bei den Genehmigungen oder Lieferketten gefährden laut Unternehmenssprecher mittelbar auch Arbeitsplätze in der Bundesrepublik.

Der Aufsichtsrat von Bayer hat unterdessen den Vertrag von Vorstandsvorsitzendem Bill Anderson bis März 2029 verlängert. Der promovierte Chemieingenieur erhält Anerkennung für Fortschritte bei der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Besonders im Agrarbereich wird die Umsetzung eines mehrjährigen Effizienzprogramms hervorgehoben, mit dem die Profitabilität gesteigert werden soll.

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