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Hackroboter im Praxistest: Automatisierte Unkrautregulierung

Automatisierte Systeme zur Unkrautbekämpfung gewinnen in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Mit Hilfe von Kameratechnologie, künstlicher Intelligenz und satellitengestützter Navigation versprechen Agrarroboter eine präzise und ressourcenschonende Arbeitsweise. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hat vier unterschiedliche Modelle auf ihre Praxistauglichkeit untersucht.

Ziel des Versuchs war es, die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit autonomer Hacktechnik mit herkömmlichen Verfahren zu vergleichen. Dabei standen insbesondere die Einsparung von Arbeitszeit sowie der Wegfall von Saisonarbeitskräften im Vordergrund. Die getesteten Roboter wurden in verschiedenen Kulturen eingesetzt, um ihre Anpassungsfähigkeit unter realen Bedingungen zu prüfen.

Zu den untersuchten Modellen zählt der Farming GT des Unternehmens Farming Revolution. Dieses Gerät erkennt Pflanzenreihen mit Kameras und analysiert Bilddaten zur Steuerung der Hackelemente sowohl zwischen als auch innerhalb der Reihen. Seine Arbeitsweise basiert auf gezielter Pflanzenunterscheidung und automatischer Steuerung der Werkzeuge.

Ein weiteres System war der Dino von Naio Technologies. Aufgrund technischer Einschränkungen während der Testphase konnte dieser Roboter jedoch nicht durchgehend eingesetzt werden. Die Praxistauglichkeit konnte somit nur eingeschränkt beurteilt werden.

Ein anderes Konzept verfolgt der FarmDroid FD20, der elektrisch betrieben wird und über Solarpanels eigenständig Energie erzeugt. Er wurde speziell für den Einsatz im Zuckerrübenanbau entwickelt und erreichte eine Flächenleistung von bis zu 20 Hektar pro Woche. Der Robotereinsatz basiert hier auf einer genauen Aussaat-Positionierung, was eine besonders präzise Hackführung erlaubt.

Auch im Bereich Baumschulbetrieb kam automatisierte Technik zum Einsatz. In einer Obstbaumschule arbeitete der Oz von Naio Technologies mit drei Hackscharren und zwei Fingerhacken. Durch den präzisen Einsatz konnte der Pflanzenabstand verringert werden, was den Flächenertrag insgesamt erhöhte.

Die Tests zeigten, dass eine effektive Beikrautregulierung durch autonome Systeme grundsätzlich möglich ist. Allerdings ist der Erfolg abhängig von mehreren Bedingungen. Dazu gehören eine gleichmäßige Feldoberfläche sowie ein regelmäßiger Bearbeitungsrhythmus. Besonders entscheidend ist das frühzeitige Hacken im Keimblattstadium der Unkräuter.

Trotz der fortgeschrittenen Technik ersetzen autonome Roboter nicht vollständig konventionelle Hackverfahren. Vielmehr sind sie als Ergänzung zu sehen, die unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll eingesetzt werden kann. Voraussetzung ist, dass geschultes Personal zur Verfügung steht, um mögliche Störungen oder Fehlermeldungen zügig zu beheben.

Die wirtschaftliche Bewertung der Geräte fiel je nach Betriebsstruktur unterschiedlich aus. Kleine autonome Systeme sind ab etwa 30.000 Euro erhältlich, während größere Modelle mit Anschaffungskosten von mindestens 90.000 Euro zu Buche schlagen. Damit ist der Einstieg je nach Betriebsmittel- und Flächenstruktur unterschiedlich attraktiv.

Im Testzeitraum zwischen 2021 und 2025 kam es bei mehreren Geräten zu technischen Ausfällen. Inzwischen wurden von den Herstellern jedoch gezielte Anpassungen vorgenommen, um Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit zu verbessern. Perspektivisch wird die Weiterentwicklung dieser Technik dazu beitragen, den Einsatz automatisierter Hacklösungen im Gartenbau weiter auszubauen.

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