Landwirte sehen sich mit ständig steigenden Anforderungen an Effizienz und Sicherheit konfrontiert. Eine vielversprechende Entwicklung in diesem Bereich sind die jüngsten Fortschritte beim Projekt FieldDataSync, das in Norddeutschland erstmals Maschinen von Fendt und Claas in einem kooperativen Maschinenverbund getestet hat.
Maschinenkommunikation revolutioniert
Das Projekt FieldDataSync erreicht einen entscheidenden Meilenstein: Die herstellerübergreifende Kommunikation zwischen Landmaschinen wird Realität. Bisher war der Austausch von Daten zwischen Traktoren und Erntemaschinen nur innerhalb desselben Herstellers problemlos möglich. Nun arbeiten Ingenieure von Fendt und Claas daran, ein drahtloses Kommunikationssystem zu entwickeln, das die Interaktion zwischen unterschiedlichen Marken ermöglicht.
Offene Schnittstelle als Schlüssel
Im Mittelpunkt dieser technologischen Innovation steht eine offene Kommunikationsschnittstelle. Diese ermöglicht es Maschinen verschiedener Hersteller, über WLAN ohne zusätzliche Infrastruktur wie Mobilfunknetze in Echtzeit Daten auszutauschen. Position, Geschwindigkeit und andere Prozessdaten werden kontinuierlich übermittelt, was eine vollautomatische Steuerung der Fahrzeuge im Verbund erlaubt.
Sicherheit und Effizienz auf dem Feld erhöhen
In den ersten Tests in Norddeutschland konnten die Maschinen ihre Strategien zur Fortbewegung und Arbeit dynamisch aufeinander abstimmen. Dadurch werden nicht nur die Präzision und Effizienz der landwirtschaftlichen Prozesse erhöht, sondern auch Verzögerungen und Kollisionen während des Entladevorgangs vermieden. Dies sorgt für mehr Sicherheit bei landwirtschaftlichen Arbeiten.
Zukünftige Schritte des Projekts
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zukünftige Standards für den Informationsaustausch in der Agrarindustrie beeinflussen. Die Agricultural Industry Electronics Foundation (AEF) wird hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Nächste Schritte umfassen die Erweiterung um Funktionen wie Diagnostik und Sicherheit sowie Tests mit größeren Fahrzeugflotten.
Ausweitung des Testgebiets
Neben dem Platooning untersucht das FieldDataSync-Projekt weitere Funktionen wie die automatische Synchronisation von Prozessdaten oder die Integration von Sensorik. In den kommenden Monaten sollen die Tests auf weitere Regionen ausgedehnt werden. Zu den betrachteten Funktionen gehören unter anderem:
- Management einer Arbeitsgruppe (Workgroup Management)
- Bearbeitete Fläche (Common Coverage Map)
- Austausch von ISOBUS-Daten
- Videostreaming
- Controlled Traffic Farming
Für landwirtschaftliche Betriebe könnte diese Entwicklung einen bedeutenden Fortschritt darstellen, indem sie effizientere Abläufe ermöglicht und gleichzeitig die Sicherheit bei der Feldarbeit erhöht.
