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Digitalisierung im Feld: Lemken Karat 10 im Test

Im Rahmen des Praxistests des Lemken Karat 10 haben wir zwei elektronisch gesteuerte Raffinessen getestet: Die Konturanpassung und die georeferenzierte Tiefensteuerung.

Der aufgesattelte Karat 10 kann ähnlich wie sein vierbalkiger Bruder Karat 12 mit verschiedenen elektronischen Komponenten ausgestattet werden.

Die Konturanpassung ist besonders sinnvoll für lange Aufsattelgrubber. Aktuell funktioniert die Kontursteuerung jedoch noch nicht optimal. Für die iQblue connect Funktion wird unter anderem ein Schlepper mit TIM-Hubwerks-Zertifizierung benötigt. Fahrer, die per Applikationskarte grubbern möchten, sollten digital-affin sein.

Die Integration eines doppelten Hydraulikzylinders ermöglicht es dem Karat 10, sich autark der Bodenkontur anzupassen. Dies soll sicherstellen, dass die Arbeitstiefe an allen Stellen der Maschine gleichmäßig ist. Die Regelung erfordert Strom über einen dreipoligen Stecker, einen Winkelsensor und eine Ölversorgung über Loadsensing.

Im Vergleich zum Karat 9 wurde die Ansteuerung der zehn Jahre alten Konturanpassung leicht verändert. Die Steuerung erfolgt nun anhand des Öldrucks in den Hydraulikzylindern der Stützräder.

Das System ist einfach in der Handhabung: Nach dem Einstecken des dreipoligen Steckers ist es aktiv. Die Regelung kann anhand eines zweiten Zeigers auf der Arbeitstiefenskala erkannt werden.

Im Feld konnte das System noch nicht überzeugen. Bei flacher Stoppelbearbeitung dauerte es zu lange, um die Soll-Arbeitstiefe zu erreichen. Bei diagonaler Arbeit mit einem Stützrad in eine Fahrgasse wurde die Tiefenregelung gestört.

Die Nachrüstung des Systems ist aufgrund des speziellen Hydraulikzylinders nicht möglich. Dennoch sehen wir Potenzial für ein solches System, insbesondere in hügeligem Gelände.

Zusätzlich zum System der Kontursteuerung wurde der portable und nachrüstbare Jobrechner iQblue connect montiert. Dieser ermöglicht die automatische Tiefenregulierung des Grubbers.

Um die Impulse für die Tiefenregulierung umzusetzen, benötigt der Schlepper eine TIM-Zertifizierung. Die automatische Tiefenregelung funktionierte im Test jedoch nicht aufgrund eines Softwareproblems.

In Kombination mit einem CCI1200-Terminal funktionierte die Tiefenregelung trotzdem, da der Taskcontroller aktuell keine Plausibilitätskontrolle durchführt.

Die TIM-Funktionen müssen im Feld durch gleichzeitiges Drücken von Tasten auf dem CCI- und Fendt-Terminal aktiviert werden. Dies könnte weniger technisch versierte Fahrer überfordern.

Die automatische Tiefenregelung erscheint sinnvoll, erfordert jedoch verbesserte Softwarestände und Einsatzempfehlungen, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

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