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Alleskönner Cameleon: Säen, Düngen, Hacken in einem

Die schwedische Maschine Cameleon von Soil and Seed Equipment AB, früher bekannt als Lyckegård, erfreut sich zunehmender Beliebtheit auf deutschen Feldern. Die innovative Kombination aus Sämaschine und Hacke überzeugt durch ihre Vielseitigkeit und Kosteneffizienz.

Wirtschaftlichkeit und Effizienz

Die Cameleon bietet eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Sämaschinen und Hacken. Mit einem Preis von etwa 166.000 € für die 8 Meter breite Version inklusive Kamerasteuerung ist sie deutlich günstiger als die Anschaffung separater Geräte. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, beim Hacken gleichzeitig Dünger auszubringen. Der Wechsel zwischen Säen und Hacken ist unkompliziert: Es müssen lediglich die Schare, nicht jedoch die Scharaufhängung angepasst werden, wodurch der Abstand der Aggregate stets gleich bleibt. Dies verhindert Spurversätze und erleichtert die Arbeit erheblich. Der Leistungsbedarf liegt bei 20 PS pro Meter Arbeitsbreite, wobei für die 8 Meter breite Maschine auch 135 PS ausreichend sind.

Technische Details und Aufbau

Die Cameleon ist in Arbeitsbreiten von 6, 8 und 9 Metern erhältlich und wiegt insgesamt 5,6 Tonnen, wobei sie leer etwa 1,8 Tonnen auf die K80 drückt. Ein Potentiometer oberhalb der Kugel erfasst den Lenkwinkel, während die elektrohydraulische Achse nur im Feld gesteuert wird. Für die Straßenfahrt muss die Achse aus Sicherheitsgründen mechanisch gesperrt werden. Zur Kalibrierung des Lenkwinkels gibt es Anreißer vorne und hinten an der Maschine, um den Versatz zu kontrollieren.

Drei Schläuche für den Load-Sensing-Anschluss und eine Leckölleitung müssen für die Lenkung und Hydraulikfunktionen angeschlossen werden. Im Feld wird die Maschine an den jeweiligen Schlepper angepasst, wobei die Rahmenneigung parallel zum Boden verlaufen sollte. Die Zugdeichsel lässt sich über eine Gewindespindel in der Höhe verstellen, während hinten zwei Anschläge die Fahrwerkszylinder in Position halten.

Der zweibalkige Rahmen mit Verschiebeeinheit ist das Herzstück der Cameleon. Die Balken sind 84 cm voneinander entfernt, und der Reihenabstand beträgt 25 cm, es gibt jedoch auch Varianten mit 33 cm. Die Carrier mit den Scharen sind am Vierkantrohrrahmen befestigt und folgen über ein Parallelogramm der Bodenkontur. Eine Andruckrolle mit 36 cm Durchmesser tastet den Boden ab. Die Tiefenänderung erfolgt hydraulisch, wobei ein einstellbarer Anschlag die Drehung begrenzt.

Zwei Federn sorgen für einen Schardruck von bis zu 80 kg, der in zwei Stufen einstellbar ist. Eine zukünftige hydraulische Variante soll eine stufenlose Druckanpassung ermöglichen. Die inneren Carrier können werkzeuglos hochgestellt werden, was die Transportbreite reduziert.

Saat- und Düngertechnik

Der GFK-Saattank fasst 3 Kubikmeter Saatgut oder Dünger. Jede Seite hat eine eigene Dosierwelle, angetrieben durch Gelenkwellen, ein stufenloses Getriebe und eine Kette von der Hinterachse. Eine Schlingfederkupplung ermöglicht das Abschalten der halben Maschinenseite. Die Saatmenge wird über ein stufenloses Getriebe eingestellt, das per Linearmotor vom Terminal aus bedient wird. Einlegeelemente reduzieren die Saatmenge auf bis zu 1 kg/ha, während das obere Limit bei 1.200 kg/ha liegt.

Das Saatgut wird in Mini-Injektorschleusen gefördert und mit einem Luftstrom zu den Scharen geblasen. Das Gebläse benötigt etwa 70 l/min Öl. Die Restmengenentleerung erfolgt derzeit über die Abdrehwannen, größere Mengen können jedoch auch manuell aus dem Tank entleert werden.

Im Herbst plant Soil and Seed Equipment AB die Markteinführung der nächsten Cameleon-Generation. Diese wird Isobus-fähig sein und Funktionen wie SectionControl und VariableRate unterstützen. Für den deutschen Markt ist die wichtigste Änderung die reduzierte Transportbreite von 3 Metern, wodurch keine Sondergenehmigung mehr erforderlich ist.

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