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Springkraut-Invasion: Wie Landwirte die Ausbreitung stoppen können

In Deutschland stellt das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) Landwirte und Grundbesitzer vor erhebliche Herausforderungen. Diese invasive Pflanze, die ursprünglich aus dem Himalaya stammt, hat sich weitläufig in der Landschaft etabliert und bedroht heimische Pflanzenarten durch ihre aggressive Ausbreitung.

Anpassungsfähiger Neophyt

Das Drüsige Springkraut ist eine bemerkenswert große Pflanze, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Besonders an Gewässerläufen und Wegrändern fühlt sie sich wohl. Die Schwäbische Zeitung berichtet von einem Fall in Ellwangen, wo ein Grundstücksbesitzer verzweifelt versucht, die Pflanze durch regelmäßiges Mähen in Schach zu halten. Doch trotz intensiver Bemühungen schießt die Pflanze dank ihrer enormen Samenproduktion von rund 4.000 Samen pro Exemplar immer wieder empor.

Ökologische Auswirkungen

Laut dem Naturschutzbund (Nabu) verdrängt das Drüsige Springkraut heimische Vegetation, bietet jedoch gleichzeitig wertvollen Nektar für Bienen und andere Insekten. Diese duale Rolle macht seine Bekämpfung unter Umweltschützern umstritten, da es einerseits schädlich für lokale Pflanzenarten sein kann, aber andererseits auch ökologische Vorteile bietet.

Einfluss auf die Walderneuerung

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft führte im Jahr 2005 einen Versuch durch, um die Auswirkungen des Springkrauts auf Waldverjüngung zu untersuchen. Die Studie zeigte, dass seine Wirkung auf junge Bäume weniger gravierend ist als die von anderen invasiven Arten wie Goldrute oder Riesenbärenklau. Dennoch bleibt unklar, ob es langfristig die Regeneration von Wäldern behindert.

Möglichkeiten der Kontrolle

Für Landwirte bedeutet die Bekämpfung des Indischen Springkrauts eine Herausforderung. Mechanische Methoden wie Mähen sind effektiv, wobei der richtige Zeitpunkt entscheidend ist: Ein Schnitt Ende Juli bei den ersten Blüten ist ideal. Kleinere Bestände können auch durch manuelles Ausreißen kontrolliert werden. Herbizide sind im Wald nicht empfehlenswert; mechanische Maßnahmen gelten als ausreichend.

  • Mähen: Optimaler Zeitpunkt ist Ende Juli.
  • Ausreißen: Geeignet für kleinere Bestände.
  • Entsorgung: Grünabfälle sicher entsorgen; keine Biogasverwertung empfohlen.

Da das Springkraut schwach giftig für Mensch und Tier ist, sollte beim Umgang mit der Pflanze Vorsicht walten. Landwirte müssen regelmäßig nachkontrollieren, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern.

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