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Strukturbruch auf EU-Schweinemarkt: Produktion schrumpft

Der europäische Schweinemarkt hat in den letzten Jahren eine drastische Veränderung erlebt. Diese Entwicklung wurde durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die Covid-19-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Düngeverordnung, ein verändertes Verbraucherverhalten und strengere Vorgaben für zukünftige Haltungsbedingungen.

Die Schweinefleischerzeugung in der Europäischen Union ist in kurzer Zeit von 23,7 Millionen Tonnen im Jahr 2021 auf 20,7 Millionen Tonnen gesunken. Große Produzentenländer wie Dänemark, Deutschland, die , Polen und haben deutliche Rückgänge verzeichnet. Hauptursache war der Abbau der Sauenbestände, der nur teilweise durch Produktivitätssteigerungen kompensiert werden konnte.

Für die kommenden Jahre sind die Aussichten auf eine Wiederaufstockung der Tierbestände gering. Hohe Preise und Umstellungsprämien bieten nur begrenzte Anreize für , da die Risiken als zu hoch eingeschätzt werden. Dies spiegelt sich auch in der Schweinefleischnachfrage wider, die von 19,7 Millionen Tonnen auf knapp 18 Millionen Tonnen gesunken ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von 34,5 Kilogramm auf 31 Kilogramm zurückgegangen, was den Trend zu weniger Fleischkonsum verdeutlicht. Insbesondere ältere Bevölkerungsgruppen und der geringe Anteil jüngerer Menschen tragen zu diesem Rückgang bei.

Das Image von Fleisch hat bei Meinungsführern in der Gesellschaft gelitten, während pflanzliche Produkte und Fleischersatzprodukte zunehmend positiv bewertet werden. Zusätzlich dämpft der inflationsbedingte Anstieg des Verbraucherpreisniveaus die Nachfrage, und steigende Einkommen wirken kaum noch konsumsteigernd.

Die EU-Exporte von sind von rund 5 Millionen Tonnen auf aktuell 2,9 Millionen Tonnen zurückgegangen. Besonders Deutschland ist von den ASP-bedingten Lieferverboten einiger Länder betroffen, was zu einem starken Einbruch führte. Auch andere EU-Länder haben aufgrund einer geringeren weltweiten Nachfrage einen Rückgang im Drittlandsabsatz verzeichnet.

Der Selbstversorgungsgrad der EU ist von 126 % auf derzeit 116 % gesunken. In der Schlacht- und Fleischverarbeitungsindustrie hat bereits ein Kapazitätsabbau und eine Konzentration stattgefunden, die noch nicht abgeschlossen ist. Zudem hat die EU ihre führende Position im Schweinefleischexport an die verloren.