In Spanien sind inzwischen 60 Wildschweine positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) getestet worden, wie die jüngsten Zahlen zeigen. Der katalonische Bauernverband hat die bisherigen finanziellen Verluste des regionalen Schweinesektors mit etwa 63 Millionen Euro beziffert.
Zunahme der ASP-Fälle und Schutzmaßnahmen
Spanische Behörden haben kürzlich bei 13 weiteren Wildschweinen das ASP-Virus nachgewiesen. Diese Tiere befinden sich alle innerhalb einer definierten Hochrisikozone, die einen Radius von 6 km um den Ort des ersten ASP-Falls nahe Barcelona umfasst. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, haben die Behörden eine zusätzliche Sperrzone eingerichtet. Verschiedene Verkehrskorridore und Zäune sollen dazu dienen, das Vordringen des Virus zu verhindern, wobei ein besonderer Fokus auf dem Schutz der Region Maresme im Nordosten Barcelonas liegt.
Fortschritte im Seuchenschutz
Die Laboratorien in der Region haben in den vergangenen Tagen insgesamt 622 Wildschweine untersucht, bei denen keine Infektion festgestellt wurde. Parallel dazu werden Maßnahmen vorbereitet, um die Populationen von Wildschweinen in den Gebieten mit geringerem Risiko zu reduzieren.
Trotz dieser Bemühungen bleibt die Situation angespannt. Die Behörden hoffen weiterhin darauf, dass das Virus nicht auf Hausschweine übergreift, da regelmäßige Untersuchungen in den betroffenen Betrieben bislang keine Anzeichen einer Infektion gezeigt haben.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf den Schweinesektor
Die Afrikanische Schweinepest hat erhebliche wirtschaftliche Folgen für die lokalen Schweinehalter mit sich gebracht. Laut Angaben des katalonischen Bauernverbands sind die Einnahmen allein in den Monaten November und Dezember um 17 % gesunken. Insgesamt sind etwa 61.500 Tiere – das entspricht 10 % der gesamten Bestände der Provinz Barcelona – aufgrund von Auflagen und Sperren vom Transport ausgeschlossen worden.
Diese Einschränkungen haben auch zu einem drastischen Rückgang der Preise geführt: Die spanische Notierung für Lebendgewicht fiel am 8. Januar 2026 auf 1,00 €/kg, während sie am 27. November 2025, dem Tag vor dem ersten bestätigten ASP-Fall, noch bei 1,30 €/kg lag. Im Juli desselben Jahres wurde sogar ein Höchstwert von 1,82 €/kg verzeichnet.
Zukunftsperspektiven und Lösungsansätze
Um den langfristigen Schaden für den Schweinesektor zu begrenzen, sind neben den bestehenden Schutzmaßnahmen auch weitere Schritte erforderlich. Eine verstärkte Überwachung sowie Forschungsinitiativen zur Entwicklung wirksamer Impfstoffe könnten entscheidende Rollen spielen. Zudem könnten verbesserte Hygienemaßnahmen und striktere Kontrollen bei Tiertransporten helfen, die Verbreitung des Virus nachhaltig einzudämmen.
