Anzeige
 

Skandal an der EU-Grenze: Rinderleid in TV-Reportage aufgedeckt

Die Fernsehdokumentation „Gefangen zwischen den Grenzen“ hat schockierende Einblicke in die Bedingungen von Rindertransporten an der türkischen Grenze geliefert. Laut dem Bericht mussten Zuchtrinder aus Brandenburg, die am 12. September zum Export verladen wurden, nach einer mehrtägigen Reise an den EU-Außengrenzen zwischen Bulgarien und der Türkei ausharren. Von dort wurden sie erst zwischen dem 23. September und dem 3. Oktober wieder bewegt. In dieser Zeit litten die Tiere erheblich, da sie nur unzureichend mit Futter und Wasser versorgt werden konnten. Insgesamt starben 69 Rinder während dieser Zeit auf den Transportern, einige mussten sogar am Ende ihrer Reise mit Seilwinden von den Lastwagen gezogen werden.

Heinrich, ein LKW-Fahrer, der seit vielen Jahren im Bereich des Rinderexports tätig ist, schilderte in der Reportage die dramatischen Zustände. Er berichtete, dass die Fahrer gezwungen waren, das Futter für die Tiere aus eigener Tasche zu finanzieren. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal; Fäkalien hatten sich hochgestapelt, und einige Tiere waren so schwach, dass sie sich nicht mehr erheben konnten. Mehr als 30 Tage nach Reisebeginn wurden die Lastwagen auf Anweisung des Veterinäramts in Brandenburg zu einem Schlachthof geleitet. Bei diesem Vorgang wurden tote Tiere auf den Anhängern zurückgelassen, und ein noch lebendes Kalb konnte gerettet werden. Später wurden die toten Tiere auf einer Müllkippe entsorgt, wo ein weiteres lebendes Tier gefunden wurde. Fahrer Heinrich war es, der dieses Tier mit einem Bolzenschussgerät von seinem Leiden erlöste – ein Gerät, das nicht von offizieller Seite, sondern von einer Tierschutzorganisation zur Verfügung gestellt wurde.

Die Blockade an der Grenze entstand aufgrund des Seuchenstatus im Zusammenhang mit der Blauzungenkrankheit in Brandenburg. Obwohl das Veterinäramt betonte, dass keine rechtlichen Gründe für die Verweigerung der Weiterfahrt bestanden, kam es zu den tragischen Ereignissen. Das Veterinäramt äußerte, dass solch ein Leid nur durch ein Verbot von Lebendtiertransporten außerhalb der EU verhindert werden könne.

Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) hat diese Vorfälle scharf kritisiert und bedauert, dass die bestehenden Gesetze zur Tierhaltung und zum Tierschutz in diesem Fall nicht beachtet wurden. Dr. Nora Hammer, die nicht namentlich in der Sendung erwähnt wurde, jedoch ihre Meinung vertritt, erklärte, dass der Transport unter diesen Bedingungen nicht hätte genehmigt werden dürfen. Der Transport wurde auch nicht von Mitgliedsorganisationen des BRS durchgeführt. Bislang bleibt offen, ob weiterhin Zuchtrinder über diese Route transportiert werden sollen und ob die derzeitigen Regelungen für den Transport hochtragender Rinder ausreichen. Eine Antwort vom Dachverband der Rinderzüchter in Deutschland steht noch aus.

Lesen Sie auch

Die 10 sparsamsten Traktoren 2025 – DLG-PowerMix im Vergleich

Wer beim Traktor auf jeden Liter achtet, sollte diese Zahlen kennen: Der DLG-PowerMix zeigt knallhart, welche Schlepper wirklich sparsam sind – und...

Fendt 728 Vario ist 2025 meistzugelassener Traktor in Deutschland

Die Neuzulassungen von Traktoren im Jahr 2025 zeigen deutlich, dass Fendt die beliebteste Marke unter deutschen Landwirten bleibt. Mit insgesamt 6.314 neu...

Fendt verliert 14,6 % – warum der Marktführer trotzdem gewinnt

Von 7.392 auf 6.314 Traktoren: Fendt verzeichnet den größten Einbruch aller Top-Marken. Dennoch baut der Allgäuer Hersteller seinen Vorsprung aus. Die Erklärung...

Fendt dominiert Traktormarkt: John Deere verliert in den Niederlanden

Die niederländische Landwirtschaft steht 2025 vor der Herausforderung eines schrumpfenden Traktorenmarkts. Mit nur 2.205 neu zugelassenen Traktoren im vergangenen Jahr, die eine...