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Milchmarkt 2025: Hohe Mengen bringen Preisdruck für Landwirte

Die deutschen Milchbauern stehen 2025 vor einem turbulenten Jahr. Während die Milchanlieferungen im Tagesdurchschnitt um 1,0% gegenüber dem Vorjahr stiegen, sorgte besonders die zweite Jahreshälfte für Herausforderungen. Hohe Milchmengen drückten die Preise, was zu einer teils unvorhersehbaren Marktlage führte.

Volatile Marktbedingungen

Laut der Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH (ZMB) war der Milchmarkt in Deutschland 2025 deutlich schwankender als im Jahr zuvor. Anfang des Jahres stabilisierten sich die Preise für Butter und Käse aufgrund reduzierter Milchanlieferungen auf einem hohen Niveau. Doch die folgenden Monate zeigten ein anderes Bild: Unerwartet hohe Milchmengen setzten die Preise unter Druck, obwohl die Erlöse bis September hoch blieben und die Erzeugerpreise konventioneller Milch durchschnittlich 51,5 ct/kg erreichten.

Einflussfaktoren auf die Produktion

Die Gesamtmilchproduktion profitierte von verschiedenen Faktoren: Der Sommer war weniger heiß als erwartet, was den Hitzestress für Kühe verringerte, während gute Grassilage-Ernten und gesunkene Futterkosten bei weiterhin hohen Milchpreisen unterstützend wirkten. Auch technologische Fortschritte trugen zur höheren Produktivität bei.

Zudem führten verspätete Kalbungen infolge der Blauzungenkrankheit zu einem ungewöhnlichen saisonalen Anstieg der Milchmenge in der zweiten Jahreshälfte. Dies war nicht nur in Deutschland, sondern auch in Nachbarländern zu beobachten, wo ebenfalls außergewöhnlich hohe Mengen gemeldet wurden.

Anstieg bei Biomilch

Trotz verschärfter Weidepflicht stieg die Anlieferung von Biomilch um 0,7%, wobei der Preis mit über 66 ct/kg im Herbst ein Rekordniveau erreichte. Der Jahresdurchschnittspreis von Biomilch markierte mit über 65 ct/kg ein Allzeithoch.

Strukturwandel setzt sich fort

Der Strukturwandel ist weiterhin spürbar: Die Anzahl der Milchkühe sank um 2,5%, während immer weniger Betriebe existieren; deren Zahl fiel auf einen neuen Tiefststand von 47.719 Haltern. Dennoch steigt die durchschnittliche Anzahl an Kühen pro Betrieb und erreichte mit 75 Tieren einen neuen Höchstwert.

Kostensituation und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel blieben im Vergleich zu den explosiven Steigerungen von 2022 moderat. Während Futtermittel günstiger wurden, stiegen die Ausgaben für Düngemittel und Energie leicht an. Die Arbeitskosten entlang der Wertschöpfungskette erhöhten sich jedoch weiter.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt das wirtschaftliche Umfeld für Landwirte angespannt. Mit einem prognostizierten Wachstum von lediglich 0,1%, geringeren Energiepreisen und einer leicht abgeschwächten Inflation zeigt sich die gesamtwirtschaftliche Lage schwach. Diese Unsicherheiten beeinflussen auch das Konsumverhalten: Verbraucher bleiben angesichts steigender Arbeitslosigkeit zurückhaltend.

Der deutsche Milchmarkt navigiert durch unsichere Zeiten, doch mit Anpassungsfähigkeit und technologischen Investitionen können Landwirte diesen Herausforderungen begegnen und möglicherweise gestärkt hervorgehen.