Die Debatte um die künftige Ausgestaltung der europäischen Agrarpolitik wird zunehmend mit der möglichen Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten verknüpft. Vor allem der EU-Beitritt der Ukraine spielt dabei eine zentrale Rolle.
Nach Ansicht führender Politiker muss die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) eng mit der Erweiterungsstrategie der Europäischen Union abgestimmt werden. Dabei rücken neben der Ukraine auch die Länder des Westbalkans in den Blick. Ziel ist es, tragfähige Strukturen für die Landwirtschaft in Europa zu sichern und zugleich die strategische Eigenständigkeit bei der Versorgung mit Lebensmitteln zu stärken.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht nicht nur die Frage nach bezahlbaren Nahrungsmitteln, sondern zunehmend auch die Versorgungssicherheit. Eine stabile Agrarpolitik soll sicherstellen, dass Europa langfristig unabhängig bleibt und gesunde Lebensmittel in ausreichender Menge produzieren kann.
Offen ist weiterhin, wie die geplanten Kürzungen und Umverteilungen der Agrargelder konkret ausgestaltet werden. Noch ist nicht entschieden, welche Summen große Betriebe künftig aus Brüssel erhalten werden. Klar ist jedoch, dass die Zahlungen in erster Linie den landwirtschaftlichen Betrieben zugutekommen sollen und nicht über Umwege bei Konzernen landen dürfen.
In den kommenden Monaten wird intensiv über die Verteilung der Mittel verhandelt. Die EU-Kommission sieht vor, ab 2028 weniger Gelder für die Agrarpolitik bereitzustellen, da ein Teil der Haushaltsmittel in andere Bereiche wie die Verteidigung fließen soll.
Die künftigen Bedingungen für Direktzahlungen sollen stärker in den Händen der Mitgliedsstaaten liegen. Vorgesehen ist unter anderem eine Deckelung der Zuschüsse auf 100.000 Euro pro Betrieb sowie eine stufenweise Reduzierung von Beträgen oberhalb von 20.000 Euro.
Die Gespräche über die Neuausrichtung der GAP haben gerade erst begonnen. Sowohl das Europäische Parlament als auch die Regierungen der Mitgliedsstaaten müssen sich in den kommenden Monaten auf gemeinsame Positionen verständigen.
