Die steigenden Importe von Geflügel aus China in die Europäische Union, die im Jahr 2025 ein Volumen von rund 50.000 Tonnen erreichten, haben um mehr als 30 % zugenommen. Diese Entwicklung wird von einem kritischen Audit der EU-Kommission überschattet, das auf erhebliche Mängel in den chinesischen Kontrollsystemen hinweist.
EU-Audit deckt erhebliche Defizite auf
Laut dem Bericht der Europäischen Kommission mangelt es den offiziellen Kontrollen der chinesischen Geflügelprodukte an den erforderlichen Garantien bezüglich der Einhaltung europäischer Standards für öffentliche Gesundheit und Tierschutz. Die Untersuchung identifizierte Schwächen in mehreren Bereichen, darunter die Überwachung des Tierschutzes während des Schlachtens, Rückverfolgbarkeit, Hygienekontrollen und die Zuverlässigkeit der Zertifizierung.
Bereits 2024 hatte der europäische Geflügelverband AVEC auf die Risiken hingewiesen, die mit den chinesischen Zertifizierungs- und Kontrollsystemen verbunden sind.
Forderung nach Importstopp
Der AVEC, der fast 95 % der europäischen Geflügelproduktion repräsentiert, fordert nun von den EU-Institutionen eine vorsorgliche Aussetzung der Importe aus China. Die Organisation betont, dass dies eine notwendige Maßnahme sei, um sicherzustellen, dass alle importierten Produkte den europäischen Standards entsprechen.
Wettbewerbsgleichheit gefordert
Europäische Produzenten weisen darauf hin, dass sie unter strengen Regulierungsanforderungen arbeiten und kontinuierlich in Tierschutz und Nachhaltigkeit investieren. Sie fordern daher faire Wettbewerbsbedingungen und betonen die Notwendigkeit einer umfassenden Kontrolle aller Produkte auf dem Binnenmarkt. Birthe Steenberg, Generalsekretärin von AVEC, sagte dazu sinngemäß, dass fairer Wettbewerb gegenseitige praktische Garantien voraussetze und Importe gleichwertige Sicherheiten bieten müssten.
Lernen aus vergangenen Erfahrungen
Der Verband zieht Parallelen zu früheren Fällen wie dem Carne-Fraca-Skandal, bei dem ähnliche Schwachstellen in Zertifizierungssystemen zu schnellen Vorsichtsmaßnahmen führten. Eine Aussetzung der Importe aus China wird als verhältnismäßig und notwendig angesehen, bis robuste Garantien vorliegen und die EU-Anforderungen nachweislich erfüllt werden.
