Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle im neuen Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, das am 25. März vorgestellt wurde. Obwohl der Agrarsektor derzeit seine Emissionsziele übererfüllt, warnt die Regierung davor, dass ohne zusätzliche Anstrengungen nach 2030 die Landwirtschaft zu den größten Verursachern von Treibhausgasen gehören könnte.
Umfassende Maßnahmen für den Agrarsektor
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat ein umfassendes Maßnahmenpaket mit insgesamt 67 Einzelmaßnahmen präsentiert, um die Emissionen im Agrarsektor zu senken. Zu den zentralen Punkten gehört die Förderung von emissionsärmeren Praktiken in der Tierhaltung, der Einsatz alternativer Antriebe und die Unterstützung beim klimaresilienten Umbau von Wäldern sowie der nachhaltigen Moorbewirtschaftung.
Herausforderungen in der Tierhaltung
Ein besonderer Fokus des Programms liegt auf der Reduktion von Emissionen in der Tierhaltung. Geplant ist, bis 2040 rund 70 Prozent des Wirtschaftsdüngers zu vergären, um dadurch die Treibhausgase zu reduzieren. Forschungsprogramme sollen zudem Potenziale für klimafreundlichere Rinderrassen und angepasste Fütterungsstrategien aufzeigen.
Investitionen in Biogas- und Energieanlagen
Landwirte können von Förderprogrammen profitieren, die Investitionen in Biogasanlagen sowie spezifische Technologien zur Aufbereitung von Wirtschaftsdünger unterstützen. Darüber hinaus fördert das Programm die Elektrifizierung der Landtechnik: Leichte Maschinen sollen bis 2045 vollständig elektrisch angetrieben werden, während für schwere Arbeiten auf Biokraftstoffe umgestellt werden soll.
Kritik am Klimaschutzprogramm
Trotz der umfangreichen Pläne üben Umweltverbände Kritik an dem Programm. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Maßnahmen für nicht ausreichend und plant rechtliche Schritte gegen die Regierung. Auch die Organisation „Faba Konzepte“ bemängelt, dass das Programm ungenutzte Potenziale im Bereich Ernährung ignoriert und eine Reduktion der Tierbestände als notwendig ansieht.
Zukunftsperspektiven und Finanzierungsfragen
Für die Umsetzung des Programms sind ab 2027 zusätzliche Mittel vorgesehen: Rund 7,6 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie weitere 400 Millionen Euro aus einem Sondervermögen. Dennoch bleibt unklar, ob diese Mittel ausreichen werden, um das Ziel einer Einsparung von 30 Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 zu erreichen – eine Diskrepanz zwischen Umweltbundesamt und Ministerium sorgt hier für Verwirrung.
