Der Sojaanbau gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung, auch wenn die Produktionsmengen im Vergleich zu den großen Anbauländern Brasilien und den USA gering sind. Deutsche Landwirte haben im Jahr 2024 etwa 131.800 Tonnen Sojabohnen geerntet, was fast einer Verdreifachung der Erntemenge seit 2016 entspricht. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft hebt hervor, dass dies ein beachtlicher Zuwachs ist, obwohl Deutschlands Anteil an der globalen Produktion minimal bleibt.
Weltweit dominieren Brasilien und die USA den Markt als führende Produzenten von Sojabohnen. Allein Brasilien hat im letzten Jahr rund 169 Millionen Tonnen geerntet, während die USA auf eine Produktion von 118,8 Millionen Tonnen kamen. Argentinien folgt mit 49 Millionen Tonnen auf dem dritten Platz. Diese drei Länder zusammen sind für beeindruckende 80 % der globalen Sojaernte von etwa 421 Millionen Tonnen verantwortlich.
In der Europäischen Union ist der Anteil an der weltweiten Sojaproduktion mit nur 0,7 % verschwindend gering. Innerhalb der EU ist Italien das führende Anbauland für Sojabohnen, während Deutschland auf Rang acht liegt. Dennoch zeigt der steigende Anbau in Deutschland das wachsende Interesse und die Notwendigkeit, Alternativen zu importierten Futtermitteln zu finden.
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dieser Trend sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Einerseits könnten sie durch den Ausbau des heimischen Sojaanbaus unabhängiger von Importen werden und ihre Nachhaltigkeit verbessern. Andererseits stehen sie vor Herausforderungen wie klimatischen Bedingungen und Marktzugang, die es zu meistern gilt.
Lösungsansätze könnten in der Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich klimafester Sorten sowie in der Verbesserung von Vermarktungsstrukturen liegen. Dies würde nicht nur zur Steigerung der Produktion beitragen, sondern auch zur Stabilität der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland und Europa.
