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Revolution in der Früherkennung von Pflanzenkrankheiten

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem haben eine innovative Methode zur Früherkennung von Tomatenkrankheiten entwickelt, die es ermöglicht, Infektionen zu identifizieren, lange bevor die ersten sichtbaren Symptome auftreten. Diese Neuentwicklung könnte erhebliche wirtschaftliche Verluste verhindern, die weltweit durch Krankheiten wie das durch den Bodenpilz Fusarium oxysporum verursachte Fusarium-Welken entstehen.

Traditionelle Methoden zur Krankheitserkennung bei Pflanzen basieren hauptsächlich auf visuellen Bewertungen, die oft ungenau sind und erst Anwendung finden, wenn die Pflanzen bereits sichtbar geschädigt sind. Die israelischen Wissenschaftler setzten stattdessen auf fortschrittliche Technologie zur kontinuierlichen Überwachung der Verdunstungsrate von Wasser durch die Pflanzen sowie der Veränderungen in ihrer Biomasse.

Bereits Tage oder Wochen bevor die ersten äußerlichen Anzeichen einer Krankheit erkennbar wurden, konnten die Forscher eine Abnahme der Verdunstungsrate feststellen. Dieses Ergebnis legt nahe, dass physiologische Veränderungen, die mit dem Wasserhaushalt der Pflanzen zusammenhängen, zuverlässige Frühindikatoren für eine Infektion darstellen können.

Die neue Methode ermöglicht es nicht nur, Krankheiten in einem frühen Stadium zu erkennen, sondern auch den Grad der Bedrohung durch den Erreger quantitativ zu bewerten. Dies bietet Landwirten und Forschern präzise Daten, um zu beurteilen, wie aggressiv ein Pathogen den Ertrag beeinträchtigt und wie widerstandsfähig verschiedene Tomatensorten gegenüber der Krankheit sind.

Professor Menachem Moshelion, Mitautor der Studie, betonte die breite Anwendbarkeit des Ansatzes: Der entwickelte Ansatz zur Krankheitserkennung beschränkt sich nicht nur auf Tomaten, sondern kann auch auf andere landwirtschaftliche Kulturen angewendet werden. Die frühzeitige Diagnose von Pflanzenkrankheiten durch physiologisches Monitoring kann nicht nur Ernteausfälle erheblich reduzieren, sondern auch zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen.

Das Forscherteam hat diesen Überwachungsansatz bereits erfolgreich auf Krankheiten bei Kartoffeln angewendet, was die Vielseitigkeit und das Potential der Methode unterstreicht. Durch den Einsatz dieser Technologie könnte die Agrarwirtschaft erheblich effizienter und widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten werden.

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