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Ukrainische Maisexporte gewinnen an Bedeutung für die EU

Der ukrainische Maismarkt richtet sich zunehmend auf die neue Ernte aus. Getreide aus dem Vorjahr hat kaum noch Absatzmöglichkeiten, und Handelsabschlüsse mit alter Ware sind praktisch nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage aus Europa stabil, sodass der Export für die Ukraine weiterhin große Bedeutung hat, wie die Analyseabteilung des Agrarkooperativs PUSK mitteilt.

Auf den internationalen Märkten wird die neue Ernte derzeit in einer Spanne von 197 bis 203 US-Dollar pro Tonne gehandelt. Einige Käufer bieten bereits etwas höhere Preise von 205 bis 206 US-Dollar auf Basis CPT-Port mit Lieferterminen im Oktober und November. Besonders gefragt ist die Ware in Spanien, Portugal und den Niederlanden mit Lieferungen im Zeitraum November bis Dezember.

Die europäische Landwirtschaft kämpft mit niedrigen Erträgen. Erste Ergebnisse der Ernte in Frankreich zeigen lediglich drei bis vier Tonnen pro Hektar. Ähnliche Schwierigkeiten belasten die Erzeuger in Rumänien, Ungarn und Polen. Dadurch dürfte die Europäische Union ihre Einfuhren deutlich ausweiten, von bisher geschätzten 18 bis 19 Millionen Tonnen auf 22 bis 23 Millionen Tonnen. Für diese zusätzlichen Mengen gilt die Ukraine als zentraler Lieferant.

Nach Angaben von PUSK haben ukrainische Exporteure bereits rund vier Millionen Tonnen der neuen Ernte an Abnehmer im Ausland verkauft, mit Lieferungen im November und Dezember. Allerdings könnte das Angebot wetterbedingt knapper ausfallen, was die Preisentwicklung zusätzlich stützen würde.

Für den Herbst rechnen die Fachleute mit steigenden Notierungen. Durch die verzögerte Vegetation werden größere Mengen aus den Anbaugebieten im Zentrum und Norden der Ukraine erst in der zweiten Oktoberhälfte erwartet. Bis dahin könnten die Preise auf etwa 220 US-Dollar pro Tonne steigen. Gleichzeitig dürfte aber der Markteintritt von US-Mais im Oktober die Preisentwicklung bremsen, da die dortigen Exportmengen die Nachfrage deutlich übersteigen.

Mittelfristig dürfte sich der Markt nach Einschätzung von PUSK zwischen November und Januar auf einem Preisniveau von 220 bis 230 US-Dollar pro Tonne einpendeln. Dieses Bild entspricht den üblichen saisonalen Bewegungen im internationalen Maishandel.

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