Im vergangenen Wirtschaftsjahr belief sich die Zuckererzeugung in der Ukraine auf rund 1,8 Millionen Tonnen. Von dieser Menge wurden etwa 900.000 Tonnen im Inland verbraucht, während 692.000 Tonnen für den Export bestimmt waren. Zu den wichtigsten Abnehmern gehörten die Europäische Union mit 17 Prozent, die Türkei mit 14 Prozent sowie Länder wie Libyen, Somalia und Nordmazedonien.
Die Möglichkeiten für ukrainische Exporteure in den EU-Markt haben sich zuletzt jedoch stark verringert. Brüssel führte eine Quote ein, die im Jahr 2024 lediglich den Versand von 262.000 Tonnen erlaubte. Damit sank das Exportvolumen deutlich im Vergleich zu den Jahren zuvor.
Nachdem 2022 zusätzliche Exportchancen eröffnet worden waren, konnten die Ausfuhren 2023 fast 500.000 Tonnen erreichen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurden 109.000 Tonnen ausgeliefert. Seit dem 5. Juni gelten jedoch wieder die ursprünglichen Quotenregelungen, die für die Ukraine ein Kontingent von 20.700 Tonnen vorsehen. Für die verbleibenden sieben Monate des Jahres bedeutet das ein Exportvolumen von gut 11.000 Tonnen.
Aktuell laufen Gespräche über eine Anpassung des Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der EU. Erwartet wird, dass künftig eine Quote von 100.000 Tonnen Zucker pro Jahr für den EU-Markt festgelegt wird. Vor dem Hintergrund der eingeschränkten Absatzmöglichkeiten haben ukrainische Rüben- und Zuckerproduzenten bereits ihre Anbauflächen reduziert.
Der Beginn der neuen Kampagne steht unmittelbar bevor. Voraussichtlich starten die ersten Fabriken am 5. oder 6. September mit der Verarbeitung von Zuckerrüben. Nach Einschätzung des Branchenverbands dürfte die Produktion in diesem Jahr zwischen 1,4 und 1,5 Millionen Tonnen liegen. Damit würde die Erntemenge um 300.000 bis 400.000 Tonnen niedriger ausfallen als im Vorjahr.
