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Rapsschrot so günstig wie lange nicht

Im August waren die Kosten für Rapsschrot für Landwirte außerordentlich gering, die niedrigsten seit fast drei Jahren. Doch neueste Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich dies ändern könnte. Berichten von proteinmarkt.de zufolge steigen die Preise für Rapsschrot und Sojaschrot auf dem heimischen Markt seit dem 26. August wieder an, was frühzeitige Einkäufe ratsam macht.

Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI), die monatlich Erzeugerpreise auf Basis von Daten der Landwirtschaftskammern sammelt, war Rapsschrot im August mit durchschnittlich 314,11 Euro pro Tonne so preisgünstig wie lange nicht. Im Vergleich zum Vormonat sind das fast 18 Euro weniger und der günstigste Stand seit September 2021, als der Preis bei 311,41 Euro pro Tonne lag. Auch in Hamburg zeigte sich ein Rückgang der Großhandelspreise, mit einem Wochenpreis vom 9. August von 265 Euro pro Tonne. In Mannheim fiel der Preis am 19. August auf 267,5 Euro pro Tonne.

Der Hauptgrund für die sinkenden Preise ist die Instabilität der Rapskurse in den letzten Wochen, mit einer Tendenz, die seitwärts bis fallend verläuft. Das Angebot an Raps ist geringer als im Vorjahr, und die Verkäufer halten auf bessere Preise. Dies führt zu einem reduzierten Handelsvolumen. Entsprechend sind auch die Preise für Rapsschrot gesunken, obwohl das Angebot noch immer größer als die Nachfrage ist. Für Lieferungen ab November zeichnet sich jedoch eine steigende Nachfrage ab.

Zu Beginn der Handelswoche legten die Preise für Rapsschrot wieder zu. Am 26. August wurden Partien zu durchschnittlich 260 Euro pro Tonne verkauft, das sind 4 Euro mehr als am Vortag. Die Preise für September sind zwar geringer, steigen jedoch im Oktober wieder an und erreichen im November/Januar 267 Euro pro Tonne und im Februar/April 276 Euro pro Tonne.

Beim Sojaschrot setzte sich die Abwärtsbewegung zunächst fort. Konventionelles Schrot mit 43/44 % Rohprotein kostete im August 453,93 Euro pro Tonne, 19,58 Euro weniger als im Vormonat, und erreichte damit ein Niveau, das zuletzt vor drei Jahren gesehen wurde. GMO-Soja mit 48 % Rohprotein fiel unter die 500-Euro-Marke auf durchschnittlich 484,18 Euro pro Tonne.

Nach einem langen Abwärtstrend der Sojaschrotpreise gab es zum Wochenstart einen plötzlichen Anstieg. Schrot mit 44 % und 48 % Fett wurde pro Tonne um 9 Euro bzw. 7 Euro teurer. Die Preise für die kommenden Monate sind zunächst rückläufig, steigen jedoch mit Beginn des nächsten Jahres deutlich an. Ab Januar 2025 werden die Preise nach der EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten ausgewiesen.

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