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Landwirte 2026: Bürokratie, Kostensteigerungen und neue Regelungen

Landwirte stehen im Jahr 2026 erneut vor zahlreichen Herausforderungen, die durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen geprägt werden. Trotz der Erfolge des letzten Jahres bleibt die Bürokratie ein bedeutendes Thema. Zwar konnten erste Vereinfachungen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik erzielt werden, wie die Abschaffung der Stoffstrombilanz, doch andere Bereiche, wie die Düngeverordnung, bleiben unklar. Landwirte hoffen auf weitere Entlastungen, aber die Umsetzung bleibt abzuwarten.

Bürokratie und Pflanzenschutz

Eine Rückkehr zu mehr Bürokratie zeigt sich im Bereich des Pflanzenschutzes. Ab Anfang 2026 müssen Aufzeichnungen umfassender geführt werden und ab 2027 ist eine elektronische Lesbarkeit vorgeschrieben. Dies stellt Betriebe vor neue organisatorische Herausforderungen.

Lieferkettengesetze und EUDR

Die Diskussion über die EU-Lieferkettengesetze hat zu einer Lockerung für Großunternehmen geführt, während die Einführung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) um ein Jahr verschoben wurde. Diese Regelung könnte in Zukunft heimische Landwirte zusätzlich belasten, da sie auch für Rindfleisch und Holz gelten soll. Eine mögliche Lösung wäre eine vereinfachte Dokumentation ähnlich der Selbsterklärung bei Raps.

Anpassungen in der Tierhaltung

Im Bereich der Tierhaltung endete in Deutschland 2025 die Nutzung ausgestalteter Käfige für Legehennen. Auf EU-Ebene dominiert diese Haltungsform jedoch weiterhin. Daher sind deutsche Verarbeiter und Einzelhändler gefordert, auf höhere Haltungsstandards umzustellen. Zudem steht für Sauenhalter bis zum Februar 2026 die Entscheidung an, ob Umbauten vorgenommen oder die Haltung eingestellt wird. Auch bei der Förderung von Stallumbauten sind Änderungen geplant, wobei unklar bleibt, wie viele Mittel zur Verfügung stehen werden.

Hinsichtlich Tierseuchen bleibt es wichtig, Krankheiten wie Vogelgrippe und Afrikanische Schweinepest im Blick zu behalten. Trotz des hohen Drucks zeigt sich das Seuchenmanagement bisher als effektiv.

Konsumveränderungen bei tierischen Produkten

Der Verbrauch von Schweinefleisch sinkt seit einigen Jahren zugunsten von Geflügelprodukten. Eier und Milchprodukte erleben hingegen einen stabilen oder steigenden Konsum, da sie zunehmend als gesunde Alternativen wahrgenommen werden.

Energiekosten und CO2-Bepreisung

Die Energiepreise blieben im letzten Jahr relativ konstant, doch die CO2-Bepreisung sorgt weiterhin für finanzielle Belastungen. Der nationale CO2-Preis wird 2026 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne schwanken. Dies könnte Kraftstoffkosten um bis zu 3 Cent pro Liter erhöhen.

Zudem versucht die Politik durch Schutzmaßnahmen gegen unfaire Konkurrenz aus dem Ausland die heimische Düngerproduktion zu unterstützen, was allerdings höhere Preise zur Folge haben könnte.

Lohnkostenentwicklung

Betriebe müssen sich auf steigende Lohnkosten einstellen: Der Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro pro Stunde und soll bis 2027 auf 14,60 Euro angehoben werden. Besonders im Obst- und Gemüsebau wird dies den Wettbewerb mit Ländern erschweren, in denen niedrigere Löhne gezahlt werden können.

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