Landwirte stehen zu Beginn des Jahres 2026 vor einer herausfordernden Marktsituation, da die Getreidepreise aufgrund eines übermäßigen Angebots von Weizen und Mais kaum Raum für Preisanstiege bieten. Besonders in Europa erschwert der starke Euro den Exporthandel, während auf den internationalen Märkten geopolitische Spannungen eine zusätzliche Rolle spielen.
Veränderungen auf dem europäischen Getreidemarkt
Im Januar 2026 zeigten sich die europäischen Getreidemärkte stabil, obwohl der physische Handel wieder aufgenommen wurde. Marktteilnehmer versuchten, die Auswirkungen der jüngsten Ereignisse in Venezuela und Syrien einzuschätzen. Ein Rückgang der Rohölpreise sowie ein fallender Euro gegenüber dem US-Dollar stützten die europäischen Getreidepreise etwas. Der Wechselkurs fiel zeitweise auf 1,1670 und notierte am Montagmorgen bei 1,172, was auf Anpassungen bei den Preisen für Weizen und Mais hinweist.
Ebenfalls bemerkbar machte sich ein Rückgang bei den Rapskontrakten an der Euronext. Der Februar-2026-Kontrakt fiel unter 450 €/t, schloss jedoch bei 451,75 €/t. Die nachfolgenden Kontrakte im Mai und August verzeichneten ebenfalls Verluste zwischen 5 € und 5,75 €/t.
Herausforderungen durch globales Überangebot
Für Landwirte bedeutet das besonders reichliche globale Angebot an Getreide in der Saison 2025/2026 eine zusätzliche Belastung. Die Weizenpreise fielen unter die Marke von 190 Euro je Tonne, stabilisierten sich jedoch im vorbörslichen Handel um diesen Wert für den Märztermin. Die Börse von Buenos Aires prognostizierte zudem eine Rekordernte in Argentinien von 27,8 Millionen Tonnen.
- Weizenpreise unter Druck durch hohes globales Angebot
- Rückgang bei Maispreisen folgt dem Trend beim Weizen
- Konkurrenz durch Importe aus der Ukraine steigt
Europäische Maispreise sahen sich einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt, insbesondere durch steigende Importe aus der Ukraine. Gleichzeitig sind die Produktionsaussichten in Argentinien und Brasilien vielversprechend.
Frosteinbruch bedroht US-Winterweizen
In den USA begannen die Getreidemärkte das Jahr ebenfalls mit Verlusten. Trotz des globalen Angebotsdrucks konnten US-Weizenpreise ihre Verluste etwas begrenzen. Allerdings wird ein abrupter Temperatursturz im Mittleren Westen mit Sorge betrachtet, da Winterweizenkulturen nicht immer ausreichend durch Schnee geschützt sind.
Laut Händlern ermöglicht Russlands hohe Lagerbestände weiterhin hohe Exportraten trotz Angriffen auf ukrainische Hafeninfrastruktur. Auch die Maispreise in den USA haben nachgegeben und verharren in einer Unterstützungszone, wobei gute Exportzahlen nicht zu einem Preisanstieg führen konnten.
Anpassungen bei Sojapreisen
Sowohl Sojabohnen als auch deren Nebenprodukte wie Sojaschrot und Sojaöl verzeichneten Preisrückgänge. Die große Preisdifferenz zwischen brasilianischen und US-amerikanischen Sojabohnen führte zu Korrekturen nach unten für US-Produkte.
Zusammenfassend bleibt festzustellen: Die derzeitige Marktlage stellt Landwirte weltweit vor signifikante wirtschaftliche Herausforderungen. Strategische Anpassungen an die dynamischen Marktbedingungen sowie ein wachsames Auge auf geopolitische Entwicklungen könnten entscheidend sein für das Wohl einzelner Betriebe.
