Anzeige
 

EU-Getreideexporte sinken deutlich

Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr verzeichnete die Europäische Union einen spürbaren Rückgang beim Export von Getreide. Betroffen waren dabei insbesondere wichtige Exportländer wie Frankreich, Deutschland, Rumänien und die baltischen Staaten, die traditionell einen erheblichen Anteil an den Ausfuhren leisten.

Ein maßgeblicher Grund für diesen Rückgang war die starke Konkurrenz durch günstigeres Getreide aus dem Schwarzmeerraum. Parallel dazu erschwerte der kräftige Euro die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter auf dem Weltmarkt. Zudem beeinträchtigte eine schwache Ernte infolge ungünstiger Witterung besonders die Ertragslage der Hauptlieferländer.

Trotz der strategischen Bedeutung der Ausfuhr für die Preisbildung innerhalb der EU-Märkte ging das Exportvolumen spürbar zurück. Gleichzeitig stiegen die Einfuhren von ukrainischem Mais, Weizen und Gerste nach Europa im Verlauf des Jahres deutlich an.

Nach vorläufigen Zahlen der EU-Kommission lag der Export von Weizen in Drittstaaten in der Saison 2024/25 bei rund 21,6 Millionen Tonnen. Im Vergleich zur vorangegangenen Saison 2023/24, in der noch 32,6 Millionen Tonnen ausgeführt wurden, entspricht dies einem Rückgang von 34 Prozent. Auf der Importseite wurden 9,76 Millionen Tonnen Weizen eingeführt – ebenfalls ein Minus, wenn auch mit 19 Prozent geringer als beim Export.

Die größten Weizenexportmengen innerhalb der EU entfielen auf Rumänien mit 5,6 Millionen Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 2,79 Millionen Tonnen. Litauen lieferte 2,6 Millionen Tonnen, Lettland 2,26 Millionen und Bulgarien 2,16 Millionen Tonnen. Frankreich, üblicherweise ein führender Exporteur, kam lediglich auf 2,05 Millionen Tonnen. Der Rückgang dort dürfte mit der schwächeren Ernte 2024 und dem Wegfall Chinas als wichtigem Abnehmer zusammenhängen – das Land bezieht seine Weizenimporte inzwischen vorrangig aus Australien.

Zu den größten Abnehmern von EU-Weizen zählten Nigeria mit 2,8 Millionen Tonnen, Marokko mit knapp 2,7 Millionen Tonnen sowie Algerien, das Vereinigte Königreich und Ägypten.

Auch die Ausfuhr von Gerste aus der Europäischen Union war rückläufig. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 belief sich das Exportvolumen auf 4,7 Millionen Tonnen – ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber der Vorsaison. Die Einfuhrmengen sanken um 37 Prozent auf 1,16 Millionen Tonnen.

Die bedeutendsten Exporteure von Gerste innerhalb der EU waren Rumänien mit 2,1 Millionen Tonnen, Frankreich mit 1,3 Millionen Tonnen und Deutschland mit 722.000 Tonnen. Die wichtigsten Empfängerländer waren Saudi-Arabien, Marokko, Jordanien, Algerien und Libyen.

Bei den Importen von Gerste in die Europäische Union stammte der Großteil der Lieferungen aus dem Vereinigten Königreich, der Ukraine, Moldawien und Serbien. Innerhalb der EU waren die Hauptabnehmer dieser Lieferungen Spanien, Irland, Italien, Zypern, Belgien, die Niederlande, Rumänien, Portugal und Deutschland.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Ferkelmarkt boomt: Preise und Nachfrage steigen weiter an

Der Markt für Schweinefleisch in Deutschland zeigt derzeit ein geteiltes Bild. Während die VEZG (Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch) die...

Düngerpreise explodieren: Europas Landwirte vor großen Herausforderungen

Die Preise für Düngemittel steigen weltweit weiterhin rasant an, insbesondere für zukünftige Liefertermine. Ein führender Düngemittelimporteur warnt, dass Europa im Frühjahr 2027...

Iran-Konflikt belastet Futtermittelbranche: Hohe Kosten und Risiken

Die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten sind in der Futtermittelbranche deutlich zu spüren. Wie der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) berichtet,...

Rapskurse fallen unter 500 €: Sojabohnen und Rohöl drücken Preise

Der Anfang dieser Woche bringt für die Rapsmärkte deutliche Kursverluste mit sich. Auf den globalen Märkten gerieten vor allem die Sojabohnenpreise ins...

Getreidekurse im Sinkflug: Sojabohnen und Rohöl belasten Preise

Zu Beginn dieser Woche geraten die Getreidepreise unter Druck, nachdem sie in der Vorwoche auf einem stabilen Niveau verharrten. Besonders der Rückgang...