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Angebot knapp: Schlachtkühe gesucht, Preise steigen

Der aktuelle Markt für Schlachtrinder in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild, das stark von regionalen Unterschieden und der Kategorie der Tiere geprägt ist. Die Preise für Jungbullen und Schlachtkühe variieren dabei deutlich, wie aus den neuesten Daten hervorgeht.

Marktlage bei Jungbullen:
Die Nachfrage nach Edelteilen vom Rind ist saisonbedingt zurückgegangen, was zu einer Reduzierung der Schlachtzahlen geführt hat. Trotz dieser reduzierten Nachfrage und des Drucks auf die Preise bleiben die Jungbullenpreise stabil, da das Angebot ebenfalls signifikant gesunken ist. In der Region Nord liegen die Preise für U3 Jungbullen zwischen 4,65 und 4,73 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG), während im Süden die Preise mit 4,82 bis 4,91 Euro pro Kilogramm SG am höchsten sind.

Situation bei Schlachtkühen:
Im Gegensatz zu den Jungbullen ist die Situation bei den Schlachtkühen deutlich positiver. Das Angebot an Schlachtkühen ist knapp, und die Nachfrage bleibt hoch. Dies hat zu einem Anstieg der Preise um 3 Cent pro Kilogramm SG über alle Handelsklassen geführt. Trotz der guten Nachfrage nach guten Färsen schlägt sich dies bisher noch nicht in einer Preissteigerung nieder. In der Region Nordwest beispielsweise liegen die Preise für R3 Kühe zwischen 4,02 und 4,11 Euro pro Kilogramm SG.

Regionale Unterschiede:
In den Mittelgebirgslagen Süd- und Mitteldeutschlands sind die Auszahlungspreise für Schlachtkühe aufgrund der logistischen Herausforderungen etwa 5 Cent niedriger, und die Vorkosten liegen etwa 10 Euro höher. Dies liegt vor allem an den weiten Anfahrten zu den Schlachtbetrieben und den schwierigen Straßenverhältnissen, die kleinere LKWs erforderlich machen.

Biokühe:
Für Biokühe aus der Milcherzeugung, die in großen Schlachtbetrieben verarbeitet werden, liegt der Aufschlag bei etwa 0,10 bis 0,30 Euro pro Kilogramm SG. Bei den regionalen und traditionellen Bio-Programmen sind diese Zuschläge oft höher.

Trotz der Herausforderungen in bestimmten Segmenten des Marktes bleiben die Preise für Jungbullen stabil und zeigen, dass sich der Markt an das geringere Angebot angepasst hat. Die Schlachtkühe erleben eine günstige Marktlage, die durch eine hohe Nachfrage und ein knappes Angebot gekennzeichnet ist.

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