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Newcastle-Krankheit: Elf Ausbrüche in Brandenburg bestätigt

Die Newcastle-Krankheit entwickelt sich derzeit zu einem wachsenden Problem in Brandenburg. Bislang wurden elf Ausbrüche amtlich bestätigt, was die Behörden alarmiert hat und umfassende Maßnahmen zur Eindämmung erfordert.

Rasante Ausbreitung in verschiedenen Landkreisen

Im Landkreis Oder-Spree führte ein Massenausbruch in einem Betrieb mit etwa 360.000 Masthähnchen zu erheblichen Verlusten. Nach der Feststellung klinischer Symptome wurden die Bestände sofort unter Quarantäne gestellt. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg identifizierte das aviäre Paramyxovirus (APMV) als Ursache, was später vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt wurde.

Ähnliche Vorkommnisse gab es im Landkreis Märkisch-Oderland, wo etwa 70.000 Tiere von der Krankheit betroffen waren. Auch hier bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut den Ausbruch. Im Gegensatz dazu betraf es im Landkreis Dahme-Spreewald einen kleinen Bestand von 18 Legehennen, nachdem dort drei Tiere unerwartet verstarben.

Eingeleitete Schutzmaßnahmen

Zur Bekämpfung der Seuche ordnen die betroffenen Landkreise mittels einer Tierseuchenallgemeinverfügung die notwendige Tötung der infizierten Bestände an. Zudem werden Schutzzonen von mindestens drei Kilometern und Überwachungszonen von mindestens zehn Kilometern eingerichtet. Die genauen Grenzen dieser Restriktionsgebiete legen die zuständigen Veterinärämter fest.

Geflügelhalter in den betroffenen Regionen werden über alle erforderlichen Schritte informiert. Die laufenden epidemiologischen Untersuchungen umfassen die Nachverfolgung von Tieren und deren Erzeugnissen sowie die Analyse von Personen- und Fahrzeugkontakten.

Kritische Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen

Biosicherheitsmaßnahmen sind derzeit von entscheidender Bedeutung, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Geflügelhalter sollten daher bestehende Sicherheitsvorkehrungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen und optimieren, insbesondere im Hinblick auf Personenkontakte und den Austausch von Materialien zwischen Betrieben.

Sogar in Herden, die bereits gegen Newcastle-Krankheit geimpft sind, sollten unklare Todesfälle oder Leistungsabfälle Anlass für eine Laboruntersuchung geben, um einen frühen Ausbruch identifizieren zu können.

Intensiviertes Monitoring durch Behörden

Die Veterinärbehörden haben ihre Monitoring-Aktivitäten verstärkt, insbesondere hinsichtlich klinisch auffälliger oder verendeter Geflügelbestände sowie Wildvögel. Ziel ist es, möglichst schnell auf weitere Infektionen reagieren zu können und so die Verbreitung des Virus einzudämmen.