Im Zuge der Energiewende setzen viele Länder vermehrt auf Windenergie, um ihre CO2-Emissionen zu senken. Doch Landwirte sehen sich mit einer Herausforderung konfrontiert: Falschinformationen über Windkraftanlagen sind weit verbreitet und beeinflussen die öffentliche Meinung erheblich. Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit internationalen Forschern hat ergeben, dass über ein Viertel der Befragten in mehreren Ländern solchen falschen Behauptungen zustimmt.
Verbreitung von Falschinformationen
Die Studie, die in „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass insbesondere Mythen über gesundheitliche Risiken durch Windräder und deren vermeintliche wirtschaftliche Ineffizienz Zustimmung finden. In Australien, Großbritannien und den USA glauben etwa 20 % der Befragten an gesundheitliche Gefahren, während rund 40 % von geheimen Machenschaften beim Ausbau der Windenergie ausgehen. Diese hohen Zustimmungsraten erschweren eine faktenbasierte Diskussion über die Vor- und Nachteile von Windkraftanlagen.
Einfluss der Weltanschauung
Laut Dr. Kevin Winter von der Universität Hohenheim hängt die Akzeptanz solcher Falschinformationen weniger vom Bildungsgrad als vielmehr von den persönlichen Weltanschauungen ab. Personen mit einer Neigung zu verschwörungstheoretischem Denken stimmen diesen Fehlinformationen häufiger zu, was die Unterstützung für politische Maßnahmen zur Förderung der Windenergie verringert.
Herausforderungen für Landwirte
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies, dass sie möglicherweise auf Widerstand stoßen, wenn sie Flächen für Windkraftprojekte bereitstellen wollen. Die Bereitschaft in der Bevölkerung, gegen den Bau von Windanlagen zu protestieren, ist gestiegen, was potenziell auch wirtschaftliche Beteiligungsmodelle gefährden könnte.
Lösungsansätze
Einfache Faktenkommunikation scheint laut Dr. Winter nicht ausreichend zu sein, um das Vertrauen in die Windenergie zu stärken. Stattdessen könnten Kampagnen wirksamer sein, die persönliche Vorteile hervorheben—beispielsweise finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Anwohner—um skeptische Bevölkerungsgruppen zu überzeugen.
Es bleibt eine Herausforderung für Landwirte und Energiepolitiker gleichermaßen, Wege zu finden, um die öffentliche Meinung durch sachliche Information und transparente Kommunikation positiv zu beeinflussen.
