Ab dem 1. Februar dürfen Landwirte in Deutschland wieder mit der Ausbringung von Wirtschaftsdünger beginnen, sofern die Wetterbedingungen dies zulassen. Bis zum 31. Januar herrschte eine Sperrfrist, die im Rahmen der Düngeverordnung festgelegt wurde. Doch die aktuelle Wetterlage könnte für viele Landwirte ein Hindernis darstellen.
Wetterbedingungen erschweren Düngestart
In vielen Regionen Deutschlands sind die Böden aufgrund der jüngsten Niederschläge und Schneefälle noch stark wassergesättigt, was die Tragfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Der 1. Februar fällt zudem auf einen Sonntag, was ebenfalls zur Verzögerung der Düngemaßnahmen beitragen könnte. Laut den Regularien ist eine Ausbringung von Gülle auf gefrorenen, schneebedeckten oder stark durchfeuchteten Böden nicht gestattet, weshalb viele Landwirte ihre Maschinen vorerst auf den Höfen lassen müssen.
Herausforderungen in den Roten Gebieten
Eine besondere Herausforderung stellt die Situation in den sogenannten Roten Gebieten dar. Im Oktober 2025 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Bayern die Ausweisung dieser Gebiete aufgehoben hat. Infolgedessen setzten fast alle Bundesländer Kontrollen aus. Dennoch bleiben Landwirte rechtlich an die bestehenden Landesdüngeverordnungen gebunden, außer in Bayern. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat angekündigt, dass er auf weitere gerichtliche Entscheidungen warten möchte, bevor es zu umfassenden Änderungen kommt.
Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich klargestellt, dass strengere Düngeregelungen rechtmäßig sind und eine neue gesetzliche Grundlage für die Gebietsausweisung erforderlich ist. Bis zur Umsetzung einer solchen Regelung bleibt jedoch Unsicherheit bestehen. Experten raten Landwirten dazu, sich weiterhin an bestehende Auflagen zu halten und beispielsweise Nmin-Proben oder Analysen von Wirtschaftsdünger durchzuführen.
Lagerkapazitäten unter Druck
Viele Bauernhöfe sehen sich derzeit aufgrund voller Lagertanks unter Druck gesetzt, schnell mit der Ausbringung zu beginnen. Die Lagerkapazitäten sind vielerorts nahezu ausgeschöpft, was die Dringlichkeit erhöht. Um den Bedarf besser einschätzen zu können, werden Landwirte dazu eingeladen, ihre aktuelle Situation in kurzen Umfragen mitzuteilen.
Trotz der Unsicherheiten hinsichtlich der Gebietsausweisungen und Wetterbedingungen bleibt es entscheidend für Landwirte, sich an bestehende Regelungen zu halten und mögliche rechtliche Risiken zu minimieren.
