Angesichts steigender Produktionskosten in der Landwirtschaft hat Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig beim Agrarministerrat in Brüssel ein Entlastungspaket vorgeschlagen. Der Fokus seines Vorschlags liegt auf den stark gestiegenen Preisen für Düngemittel, die laut dem Ministerium bis zu 30 % der Gesamtkosten landwirtschaftlicher Betriebe ausmachen und damit viele Landwirte finanziell belasten.
Ursachen der Preissteigerungen
Totschnig identifiziert mehrere Ursachen für die hohen Preise, darunter bestehende Importzölle und den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), der die Preise zusätzlich in die Höhe treibt. Seiner Ansicht nach sollte Klimaschutz nicht auf Kosten der Versorgungssicherheit oder der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft gehen.
Vorgeschlagene Maßnahmen zur Entlastung
Der Minister fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket auf EU-Ebene. Dazu gehört eine zeitweilige Aussetzung des CBAM für Düngemittel sowie ein fairer Ausgleich für die daraus resultierenden Wettbewerbsnachteile für Landwirte. Zudem soll mehr Transparenz am Düngemittelmarkt geschaffen werden.
- Vorübergehende Aussetzung des CO₂-Grenzausgleichs (CBAM) für Düngemittel.
- Ein Mechanismus zur Kompensation der Wettbewerbsnachteile, die durch CBAM entstehen.
- Erhöhung der Markttransparenz durch eine gemeinsame EU-Strategie zur Sicherung der Düngemittelversorgung.
- Zeitlich befristete Aussetzung von Antidumping- und Meistbegünstigungszöllen.
- Verpflichtende Folgenabschätzung neuer EU-Maßnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Landwirtschaft.
Kritik an den vorgeschlagenen Maßnahmen
Nicht alle stimmen mit den vorgeschlagenen Maßnahmen überein. Olga Voglauer, die grüne Landwirtschaftssprecherin in Österreich, äußert sich kritisch und argumentiert, dass es wichtiger sei, europäische Landwirte dabei zu unterstützen, sich von Abhängigkeiten von importierten Düngemitteln zu befreien. Sie betont, dass es angesichts der aktuellen geopolitischen Situation notwendig sei, sich unabhängiger von importiertem Dünger zu machen, anstatt die Preise dafür zu senken.
Totschnig hält jedoch dagegen, dass erschwingliche Betriebsmittel eine Grundvoraussetzung für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige EU-Landwirtschaft seien. Nur mit fairen Rahmenbedingungen könne die langfristige Versorgung mit Lebensmitteln gesichert werden.
