Die Beantragung von Fördermitteln ist für Landwirte in der Europäischen Union ein wiederkehrendes und oft komplexes Verfahren. Trotz der finanziellen Unterstützung, die durch Direktzahlungen gewährt wird, um Umwelt-, Tierhaltungs- und Verbraucherschutzstandards auszugleichen, birgt dieser Prozess zahlreiche Fallstricke. Besonders problematisch ist die hohe Fehleranfälligkeit der Antragsstellung, was sowohl von Landwirten als auch Steuerexperten immer wieder betont wird.
Fehlerhafte Anträge: Gefährdung der Existenz
Ein unbedachtes Vorgehen bei der Beantragung kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Der Vorwurf des Subventionsbetrugs steht schnell im Raum, wenn unvollständige oder falsche Angaben gemacht werden, selbst ohne betrügerische Absicht. Laut Rechtsexperten reicht bereits Leichtfertigkeit aus, um strafrechtlich belangt zu werden. Dies kann nicht nur zur Rückzahlung der Fördermittel führen, sondern im schlimmsten Fall auch die Existenz eines landwirtschaftlichen Betriebes gefährden.
Strenge gesetzliche Vorgaben
Das Strafgesetzbuch definiert Subventionen als Leistungen aus öffentlichen Mitteln ohne marktmäßige Gegenleistung. Diese sollen der Förderung der Wirtschaft dienen. Verstöße gegen diese Regelungen können mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen geahndet werden. Auch das Verschweigen subventionserheblicher Tatsachen oder die falsche Verwendung der Mittel sind strafbar.
Sorgfaltspflicht bei Anträgen
Besondere Sorgfalt ist geboten, wenn es um die Angabe subventionserheblicher Tatsachen geht, wie etwa die Größe einer beantragten Fläche oder die Kosten eines Bauvorhabens. Leichtfertigkeit entsteht laut Rechtsexperten bereits dann, wenn die erforderliche Sorgfalt in besonders hohem Maße missachtet wird – beispielsweise durch ungeprüfte Übernahme von Informationen durch unerfahrene Mitarbeiter.
Lösungsansätze und Empfehlungen
Um Risiken zu minimieren, empfehlen Steuerexperten eine gründliche Prüfung aller Angaben im Förderantrag. Es sollte vermieden werden, auf unzuverlässige Quellen zurückzugreifen oder ohne ausreichende Vorbereitung Anträge einzureichen. Weiterhin ist es ratsam, sich bei Unsicherheiten fachkundigen Rat einzuholen.
Die Bedeutung einer korrekten Antragstellung zeigt sich an Fällen wie einem Rechtsstreit zwischen einem Landwirt und dem zuständigen Landwirtschaftsamt, bei dem es um Rückzahlungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro ging.
