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Rinderpreise steigen durch knappes Angebot: 5 Cent mehr für Landwirte

Die Preise für Rindfleisch steigen weiterhin, was vor allem auf ein knappes Angebot bei gleichbleibend hoher Nachfrage zurückzuführen ist. Diese Situation wirkt sich direkt auf die Einnahmen der Landwirte aus, die sich über einen leichten Preisaufschlag freuen können.

Preisanstieg bei Jungbullen und Schlachtkühen

In der zweiten Januarwoche wurde von der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) eine geringfügige Erhöhung des Vereinigungspreises für Jungbullen, Schlachtkühe und Schlachtfärsen in der Handelsklasse O3 bekannt gegeben. Konkret bedeutet dies, dass Landwirte nun 5 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) mehr erhalten als in der Vorwoche.

Für Jungbullen der Klasse R3 liegt der neue Rekordpreis bei 7,10 Euro/kg SG. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erreichte der Durchschnittspreis in der ersten Kalenderwoche 2026 sogar 7,24 Euro/kg SG. Dies stellt eine Steigerung von fast 20 Cent im Vergleich zum damaligen Vereinigungspreis dar. Auch für Schlachtkühe und Färsen gibt es positive Nachrichten: Der Preis für Schlachtkühe der Klasse O3 wurde auf 5,8 Euro/kg SG angehoben, während Färsen derselben Klasse nun 5,85 Euro/kg SG erzielen können.

Knappes Angebot treibt Preise

Die Ursache für die anziehenden Rinderpreise ist ein begrenztes Angebot am Markt, das nicht ausreicht, um die bestehende Nachfrage zu decken. Obwohl die Verbrauchernachfrage saisonbedingt zu Beginn des Jahres leicht zurückgeht, bleibt das Angebot zu gering. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet, dass nicht alle Nachfragewünsche erfüllt werden konnten und die hohe Nachfrage seitens der Schlachterbetriebe den Abverkauf reibungslos gestaltet hat.

Laut den Marktbeobachtern aus Schleswig-Holstein führt ein knappes Angebot regelmäßig zu Sorgen bei den Schlachtbetrieben hinsichtlich ihrer Kapazitätsauslastung. Dies resultiert in steigenden Preisen. Experten erwarten keine kurzfristige Erhöhung des Angebots an Schlachttieren, was die aktuellen Erzeugerpreise stabilisieren könnte.

Aussichten für Landwirte

Die derzeitige Marktlage bietet Landwirten sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Während das knappe Angebot die Preise stützt und somit potenziell höhere Einnahmen ermöglicht, bleibt die Unsicherheit hinsichtlich langfristiger Angebotsentwicklungen bestehen. Eine nachhaltige Stabilisierung des Marktes erfordert möglicherweise Anpassungen innerhalb der Produktionsketten sowie eine strategische Planung seitens der landwirtschaftlichen Betriebe.

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